Connor Ryterski positioniert Kumo als Owner-Operator im Midscale-Segment. Der frühere Prizeotel-Chef startet mit zwei Neubauten in Hamburg und Köln und verbindet dabei Hotelbetrieb und Immobilieninvestment. Partner ist ein Hamburger Family Office, das an Kumo beteiligt ist und die Grundstücke für die ersten Projekte aus dem eigenen Bestand einbringt.
Kumo tritt damit als Owner-Operator auf. Das bedeutet, dass das Unternehmen die Hotels selbst betreibt und sich zugleich an der Immobilienseite beteiligt, statt lediglich Management- oder Franchiseverträge zu vergeben. In Hamburg sind rund 380 Zimmer geplant, in Köln etwa 170. Beide Häuser sollen ab 2029 eröffnen.
Fokus auf Wirtschaftlichkeit
Das Konzept ist auf einen schlanken Betrieb und eine hohe Flächenproduktivität ausgelegt. Die Zimmer sollen rund 18 Quadratmeter groß sein, zentrale Abläufe von der Buchung bis zum Check-out digital erfolgen. Ergänzt wird das Angebot unter anderem um ein täglich wechselndes Frühstück und einen japanischen Garten.
Damit versucht Kumo, Designanspruch und Betriebseffizienz zu verbinden. Wenige, klar definierte Zusatzangebote sollen die Komplexität im Alltag begrenzen. Für Betreiber und Investoren interessant ist vor allem der Ansatz, Produkt, Betrieb und Immobilie enger miteinander zu verzahnen.
Ryterski bringt Skalierungserfahrung mit
Ryterski war zuvor fast zehn Jahre bei Prizeotel und der Radisson Hotel Group tätig. Die von Marco Nussbaum mitgegründete Budget-Designmarke wurde vollständig in den Radisson-Konzern integriert und firmiert heute als Prize by Radisson. Ryterski verantwortete als CEO die Expansion von drei auf 23 Hotels in sieben Ländern unter Pacht-, Management- und Franchiseverträgen.
Mit Kumo verfolgt er nun ein anderes Modell. Statt vor allem über Verträge mit Dritten zu wachsen, will das Unternehmen selbst betreiben und zugleich auf der Immobilienseite mitinvestieren. Das erhöht den Kapitaleinsatz, schafft aber auch mehr Einfluss auf Produkt, Betrieb und Entwicklung.
Weitere Standorte gesucht
Für die Expansion sucht Kumo Standorte in den deutschen Top-Sieben-Städten sowie in ausgewählten europäischen Metropolen. Infrage kommen Grundstücke und Projektentwicklungen ebenso wie bestehende Hotels ab rund 150 Zimmern. Möglich sind sowohl eigene Investments als auch die Übernahme des Hotelbetriebs.
Die japanische Prägung der Marke geht auf eine vierwöchige Reise Ryterskis nach seiner Zeit bei Prizeotel zurück. Aufenthalte in Ryokans und Tempeln hätten ihn dazu inspiriert, Elemente japanischer Gastfreundschaft nach Europa zu übertragen. Der Markenname Kumo bedeutet auf Japanisch "Wolke“.
