Novum Hospitality berichtet in einer Pressemittelung über die Entwicklung des Geschäftsjahrs 2025. Die Gesamterlöse sanken demnach gegenüber dem Vorjahr um 4,3 Prozent auf 450,9 Millionen Euro. Das EBITDA lag bei 33,4 Millionen Euro.
Der offizielle Jahresabschluss 2024 hatte seinerzeit von einer hohen Finanzierungsabhängigkeit des Unternehmens berichtet. Novum wies damals Verbindlichkeiten von 190,5 Millionen Euro aus, davon 169,8 Millionen Euro gegenüber verbundenen Unternehmen. Die liquiden Mittel lagen bei 38,1 Millionen Euro. CEO David Etmenan berichtet, dass Novum seit Juli 2025 – mit Ausnahme der bestehenden Betriebsmittellinie – von Finanzverbindlichkeiten weitgehend entlastet sei und per 31. Dezember Verbindlichkeiten "im niedrigen zweistelligen Millionenbereich" bestanden.
Zum Eigenkapital gehörte außerdem eine stille Beteiligung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) in Höhe von 45 Millionen Euro. Der WSF hatte Novum während der Corona-Krise mit staatlichen Hilfen in Höhe von 45 Millionen Euro unterstützt. Etmenan erklärt, dass die WSF-Beteiligung mit dem Ablauf zum 31. Dezember 2025 eine Verbindlichkeit darstellt, über deren Rückzahlung man mit dem WSF eine Vereinbarung getroffen habe. In der Planung für 2025 hatte Novum mit einen leicht steigenden Umsatz und einem EBITDA auf Vorjahresniveau gerechnet. Zudem sollte der Verschuldungsgrad deutlich sinken. Novum-CEO Samira Etmenan hatte im Juli 2026 gegenüber Hotel vor9 schriftlich erklärt: "Die im Zuge der Corona-Pandemie aufgenommenen KfW-Kredite wurden im Jahr 2025 vollständig zurückgeführt."
Bemerkenswert ist, dass der WSF in seinem eigenen Geschäftsbericht für das Jahr 2025 insgesamt 23,8 Millionen Euro Abschreibungen auf stille Beteiligungen und Nachrangdarlehen vorgenommen hat. Und zwar für die erfolgten Stabilisierungsmaßnahmen für Novum Hospitality sowie zwei weitere Unternehmen, die Leipa Georg Leinfelder GmbH und Berge & Meer Touristik GmbH. Welcher Anteil aus der Gesamtsumme Novum zuzuordnen ist und aus welchem Grund der WSF die Abschreibungen bilanziell vorgenommen hat, hat der Fonds gegenüber Hotel vor9 auch auf Nachfrage nicht offengelegt. David Emenan sagte hierzu: "Die konkrete bilanzielle Bewertung der Stabilisierungsmaßnahmen im Jahresabschluss des WSF ist uns nicht bekannt. Eine Bewertung oder Interpretation dieser Bilanzierungsentscheidung steht uns daher nicht zu."
Pascal Brückmann
