Der Fachverband Hospitality Sales & Marketing Association (HSMA) vertritt mehr als 1.600 Fach- und Führungskräfte aus Hotellerie und Tourismus. Er sieht Handlungsbedarf bei der Zusammenarbeit mit Technologieanbietern. Denn Buchungssysteme, Hotelsoftware, Channel Manager und Zahlungsdienstleister sind eng vernetzt. Eine Sicherheitslücke bei einem Anbieter kann zahlreiche Hotels treffen.
Bei Datenpannen läuft die Uhr
Für Hoteliers können verspätete Informationen rechtliche Folgen haben. Nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) müssen Auftragsverarbeiter ihre Kunden unverzüglich über Datenschutzverletzungen informieren. Hotels müssen meldepflichtige Vorfälle grundsätzlich innerhalb von 72 Stunden nach Bekanntwerden der Aufsichtsbehörde melden. Bei hohem Risiko kann auch eine Information der Gäste erforderlich sein.
"Jeder Tag des Schweigens vergrößert den Schaden und schwächt die rechtliche Position aller Beteiligten", warnt Rechtsanwalt Peter Hense, Mitinitiator der HSMA-Initiative zur Cybersicherheit.
IT-Verträge und Dienstleister überprüfen
Die HSMA rät Hotelbetreibern, ihre IT-Verträge auf Informationsfristen, Zuständigkeiten und Unterstützungspflichten bei Sicherheitsvorfällen zu prüfen. Verletzen Anbieter ihre vertraglichen Pflichten, können je nach Einzelfall rechtliche Ansprüche oder eine außerordentliche Kündigung infrage kommen.
Schon bei der Auswahl neuer Technologiepartner sollten Hoteliers prüfen, wie Anbieter Cyberangriffe erkennen und ihre Kunden informieren. Im eigenen Betrieb empfiehlt die HSMA Mitarbeiterschulungen, Mehr-Faktor-Authentifizierung, geregelte Zugriffsrechte und feste Notfallabläufe.
Transparenz als Teil der Zusammenarbeit
HSMA-Geschäftsführerin Anna Heuer fordert mehr Offenheit zwischen Hotels und IT-Dienstleistern. "Wir brauchen eine Sicherheitskultur, in der Hotels und Technologieanbieter offen miteinander kommunizieren, Verantwortung übernehmen und aus Vorfällen lernen." Transparenz müsse schon vor einem möglichen Schadensfall Teil der Zusammenarbeit sein.
