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24. Juli 2026 | 07:00 Uhr
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Wie zwei Vollbluthoteliers den Alpenhof Murnau neu erfinden

Ende 2025 hat die Tengelmann-Gruppe den bekannten Alpenhof Murnau verkauft. Ein halbes Jahr später zieht Pächter Christian Bär (Foto links) im Gespräch mit Hotel vor9 eine erste Bilanz und erklärt, wie er gemeinsam mit dem neuen Eigentümer Peter Inselkammer (Foto rechts) den notwendigen Wandel des traditionsreichen Hauses am Staffelsee vorantreibt.

Christian Bär (links) und Peter Inselkammer (rechts) Alpenhof Murnau

Das neue Duo Christian Bär (links) und Peter Inselkammer (rechts) will das Fünf-Sterne-Resort in Murnau wieder in eine glanzvolle Zukunft führen

Christian Bär kennt den Alpenhof schon lange. Der Hotelier führt das Fünf-Sterne-Resort seit 2013, erst als Geschäftsführer, seit 2015 als Pächter. Er hat das Haus zunächst aus den roten Zahlen geholt und anschließend auf eine Jahresauslastung von über 73 Prozent gebracht. Doch so erfolgreich der operative Betrieb lief, so zäh gestaltete sich die Weiterentwicklung der Immobilie. Der Eigentümer, die Tengelmann-Gruppe investierte zuletzt eher zaghaft, die Konzernstruktur habe Entscheidungen verlangsamt, berichtet Bär rückblickend.

Mit Peter Inselkammer hat sich das geändert. Der bayerische IHK-Präsident und bekannte Wiesnwirt kennt als Betreiber der Platzl Hotels das Geschäft aus eigener Erfahrung. Und so lässt er sich nicht nehmen, alle zwei bis drei Wochen persönlich nach Murnau zu kommen, um vor Ort die notwendigen Entscheidungen zu treffen. "Mit einem Eigentümer, der sagt, das müssen wir machen, geht man ganz anders in die Umsetzung", ist Bär ob des neuen Tempos begeistert.

Eine halbe Million für die erste Investitionsrunde

Und es fließt auch wieder frisches Geld in das altehrwürdige Haus. Rund 500.000 Euro stark ist die erste Investitionsrunde, die bis Ende Juli abgeschlossen sein soll. "Wir haben in einem halben Jahr mehr geschafft als andere in drei Jahren", sagt Bär.

Alpenhof Murnau 2 Foto Alpenhof Murnau

Die Investitionen folgen dabei laut Bär einer klaren Linie: Der Alpenhof soll nicht größer werden, sondern besser. Zimmerzahl, Restaurant und Spa bleiben wie sie sind. Stattdessen wird der Bestand modernisiert. Heißt Glasfaser im gesamten Haus, neue Buchungssysteme. Und auf Wunsch auch ein Online-Checkout, eher ungewöhnlich für ein Fünf-Sterne-Haus. Zudem hat nun ein Indoor-Golfsimulator in der historischen Remise seinen Platz gefunden.

Jüngere Gäste und auch die internationalen Märkte ins Visier nehmen

Die Neuausrichtung geht über Gebäude und Technik hinaus. Bär hat bereits vor Jahren damit begonnen, einen Wandel bei der Gästestruktur voranzutreiben: Paare aller Altersgruppen bilden heute die wichtigste Zielgruppe, in der Nebensaison liegt der Altersdurchschnitt teils bei 30 bis 35 Jahren. Der nächste Schritt ist nun die Internationalisierung. Bislang dominieren deutschsprachige Gäste, allerdings primär aus dem Umland. Über Inselkammers Münchner Netzwerk, das einen hohen internationalen Gästeanteil mitbringt, will Bär den Alpenhof auch jenseits der Region sichtbar machen.

Langfristig soll sich der Alpenhof vom klassischen Ferienresort stärker zum Wellness-Hotel entwickeln. Der bestehende Wellnessbereich habe noch ungenutztes Potenzial, findet Bär. Auch wenn manche Pläne noch nicht spruchreif seien, die Konstellation für die Zukunft, sie stimme jetzt: Er selbst bringe die lokale Verwurzelung mit, seine Familie lebt seit 80 Jahren in der Region, Inselkammer das Netzwerk und die Investitionsbereitschaft. Der neue Pachtvertrag ist langfristig angelegt, beide Seiten haben sich aufeinander eingestellt. "Wir wissen jetzt, wohin die Reise geht", sagt Bär. "Und wir haben jetzt auch alle Voraussetzungen, dort anzukommen."

Pascal Brückmann

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