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Wo Deutschlands Gästebetten am besten ausgelastet sind

Bamberg führt bei der Bettenauslastung unter Deutschlands 100 übernachtungsstärksten Städten, Wolfsburg liegt am Ende. Bei der Nichtstadttouristik stehen Bad Sassendorf an der Spitze und Dahme auf dem letzten Platz. Der Standortreport 2026 der Schollen Hotelberatung zeigt für 2025 große Unterschiede – und mancherorts einen stärkeren Bettenausbau als Nachfragezuwachs.

Die oberfränkische Stadt Bamberg erreicht eine Bettenauslastung von 58,1 Prozent. Dahinter folgen Brühl im Rheinland mit 57,6 Prozent und Kempten im Allgäu mit 55,7 Prozent. In Bamberg stiegen die Übernachtungen zwischen 2015 und 2025 im Jahresdurchschnitt um 3,2 Prozent, die Bettenkapazitäten dagegen nur um 2,0 Prozent. Das könne "auf potenzielle Investitionschancen in der Unesco-Weltkulturerbe-Stadt hinweisen", schreiben die Autoren.

Wolfsburg kommt auf 28,4 Prozent Bettenauslastung. Dort wuchs das Bettenangebot jährlich um 2,1 Prozent, während die Übernachtungen mit einem Plus von 0,1 Prozent nahezu stagnierten. Vor Wolfsburg liegen Ratingen mit 32,2 Prozent und Magdeburg mit 32,6 Prozent. In Ratingen gingen die Übernachtungen jährlich durchschnittlich um 1,1 Prozent zurück, während das Bettenangebot weiter zunahm.

Gesundheitsangebote prägen das Ranking

Unter den Nichtstadtstandorten erreicht Bad Sassendorf im Landkreis Soest 80,9 Prozent Bettenauslastung. Die Autoren führen dies vor allem auf die zahlreichen Kliniken und die Prägung als Gesundheits- und Wellnessstandort zurück. Bettenangebot und Übernachtungszahlen veränderten sich dort im Zehnjahresvergleich nur wenig. Es folgen Schwangau im Ostallgäu mit 78,3 Prozent und Bad Elster im Vogtland mit 70,7 Prozent.

Schlusslicht ist das Ostseeheilbad Dahme mit 23,7 Prozent. Dort wuchsen die Übernachtungen zwischen 2015 und 2025 jährlich um durchschnittlich 9,9 Prozent, die Bettenkapazitäten um 12,0 Prozent. Davor liegen Clausthal-Zellerfeld im Oberharz mit 24,8 Prozent und Soltau in der Lüneburger Heide mit 26,7 Prozent.

Starkes Wachstum garantiert keine hohe Auslastung

"Hohe Wachstumsraten bei den Übernachtungen sind nicht zwangsläufig mit einer besseren Auslastung verbunden", schreiben die Studienautoren Frank Becker und Niels Falkenstein. Das zeigt Eschborn bei Frankfurt: Die Übernachtungen stiegen jährlich um 10,3 Prozent, die Bettenkapazität um 10,4 Prozent. Damit führt Eschborn beide Wachstumsrankings der Städte an. Die Bettenauslastung blieb langfristig nahezu unverändert und lag 2025 bei 38,6 Prozent.

Noch stärker wuchs Kappeln an der Schlei. Einem jährlichen Übernachtungsplus von 22,1 Prozent stand ein Kapazitätszuwachs von 23,4 Prozent gegenüber. Die Bettenauslastung betrug 27,0 Prozent. Auch an der Küste insgesamt nahm das Angebot über zehn Jahre stärker zu als die Nachfrage: rund 46 Prozent mehr Betten trafen auf rund 37 Prozent mehr Übernachtungen.