News für die Hotellerie

Stefanie Brandes – vom Undercover Boss zur Dorint-Chefin

Fast hätte die Hotellerie sie an Mathe und Physik verloren doch letztendlich landete sie in der Touristik und anschließend in der Hotelbranche. Stefanie Brandes war 2020 als Aldiana-Chefin in der RTL-Sendung Undercover Boss zu sehen und ist heute CEO bei Dorint Hotels. Das und mehr erzählt sie im Gästebuch von Hotel vor9.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Mein Traumberuf war Physikerin. Ich war sogar bereits für Mathe und Physik an der Universität eingeschrieben, aber dann kam die Zusage zum BWL-Studium im Fachbereich Touristik.

Wie sind Sie in die Hotellerie gekommen?
Ich verdanke die Touristik und Hotellerie meiner tollen Mama. Sie ist immer noch Reisebüroinhaberin mit ihren über 75 Jahren. Und die beste Art, im Studium Geld zu verdienen war ein Job in der Gastro und Hotellerie.

Welche Entscheidung in Ihrem Berufsleben hat Ihre Karriere besonders geprägt?
Eine der schwersten Aufgaben war für mich, innerhalb von einer Nacht auf die anstehende Insolvenz von Thomas Cook zu reagieren. Es ging vor allem darum, das Unternehmen Aldiana aufgrund der Minderheitsbeteiligungsverhältnisse vor einer möglichen Insolvenz zu bewahren. Das hatte zur Folge, dass ich schnell und grenzwertig pragmatisch in den darauffolgenden Wochen agieren musste.

Wie sieht für Sie das Hotel der Zukunft aus?
Die zukünftige Hotellerie ist deutlich digitaler und technologischer, jedoch hoffentlich mit dienstleistungs- und serviceorientierten Menschen, die gerne Gastgeber sind.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Ich schätze die Menschen, die Herzlichkeit und dass kein Tag wie der andere ist.

Was nervt Sie am meisten?
Die Bürokratie in Deutschland und dass das Glas tendenziell für viele eher halb leer als halb voll ist.

Was kann die Hotellerie in Deutschland von Kollegen in anderen Ländern lernen?
Es wäre wünschenswert, dass man versteht und ausstrahlt, dass Service etwas Tolles ist und es Spaß bereitet, Menschen zu begeistern und Ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Was war Ihr prägendstes Erlebnis in einem Hotel?
Bei meiner "Tätigkeit" als Undercover Boss durfte ich 14 Tage unerkannt in meinen Hotels Erfahrungen sammeln und Einblicke gewinnen, die ich sonst nie hätte erleben können. Und ja, der Schweiß war echt und es gab kein Skript.

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Meinen Traum verfolgen: Neuseeland bereisen, in meinem Traumland Kanada und speziell in Vancouver wieder in einem sozialen Projekt arbeiten und ganz viel Zeit für Familie, Freunde und Sport haben.

Wie schalten Sie ab?
Am besten mit Freunden und meiner Familie.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Achtsam Morden – Band 4.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
Mein letzter Kinobesuch ist tatsächlich schon eine ganze Weile her. Aber dank Netflix fällt die Antwort auf: "Der Teufel trägt Prada II".

Ihr Lieblingsessen?
Definitiv ein original Wiener Schnitzel mit Kartoffel-/Gurkensalat, am liebsten auch in Wien.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Der nächste Urlaub ist noch nicht gebucht, aber im nächsten Jahr steht Vietnam ganz oben auf der Wunschliste.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Aung San Suu Kyi, die Friedensnobelpreisträgerin und ehemalige De-Facto-Regierungschefin von Myanmar. Aber mich begeistern auch Sportlerinnen und Sportler, die mit viel Fleiß an ihre Grenzen gehen, sich immer wieder disziplinieren und am Ende ihre Erfolge mit viel Freude und Empathie feiern.

Wie und wo möchten Sie alt werden?
Gesund, irgendwo im Süden, oder gemütlich auf der Nordseeinsel Föhr. Und auf jeden Fall mit viel Humor und lieben Menschen an meiner Seite.

Stefanie Brandes startete 1998 nach ihrem Touristikstudium bei Thomas Cook durch. Von der Robinson-Marketingchefin stieg sie zur Aldiana-CEO auf, wo sie im TV bei "Undercover Boss" mit anpackte. Nach einem Vorstandsposten bei Lindner Hotels steuert sie seit 2024 die Dorint Hotels als CEO.