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Viele Azubis im Gastgewerbe klagen über psychischen Druck

Eine Sonderauswertung des DGB-Ausbildungsreports durch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) offenbart massive Probleme im Gastgewerbe. Fast 65 Prozent der Auszubildenden berichten von psychischen Belastungen. Neben ständigen Überstunden belasten Personalmangel und Arbeitsverdichtung den Nachwuchs. Die Ausbildungszufriedenheit liegt mit rund 56 Prozent weit unter dem Schnitt.

Besonders die Arbeitszeiten übersteigen im Gastgewerbe häufig das zulässige Maß. Knapp die Hälfte der Nachwuchskräfte leistet regelmäßig Überstunden. Jede vierte Person arbeitet wöchentlich mehr als 40 Stunden.

Hoher Druck am Arbeitsplatz

Die Überlastung schlägt sich auch auf die Gesundheit nieder. Nahezu die Hälfte der Auszubildenden erscheint trotz gesundheitlicher Beschwerden am Arbeitsplatz. Ähnlich düster sieht die Lage im Lebensmittelhandwerk aus, wo rund ein Viertel der Betroffenen wegen Überforderung über einen Abbruch nachdenkt.

"Junge Menschen wollen arbeiten und sich eine Zukunft aufbauen. Wer aber schon in der Ausbildung ständig unter Zeitdruck steht, Überstunden macht oder krank zur Arbeit geht, verliert irgendwann die Kraft. Personalmangel und Arbeitsverdichtung sind für viele Auszubildende längst Alltag. Das darf so nicht bleiben", sagt Claudia Tiedge, stellvertretende Vorsitzende der NGG. Auch bei der Beurteilung der Ausbildungsqualität und -zufriedenheit rangiert das Gastgewerbe weit hinten (Hotel vor9 berichtete).

Die NGG sieht gute Tarifverträge als Lösung

Tiedge sieht in tariflichen Regelungen den Schlüssel für Besserung. Dass gute Verträge wirken, zeigten jüngste Verbesserungen bei den Ausbildungsvergütungen im Lebensmittelhandwerk. Faire Zeiten und Gesundheitsschutz entschieden darüber, ob der Nachwuchs der Branche erhalten bleibe.