DGB-Report sieht Hotellerie bei Ausbildung weit hinten
Die Ausbildungszufriedenheit in Deutschland ist auf einen Tiefstand gesunken. Laut DGB-Ausbildungsreport 2026 sind nur noch 65,7 Prozent der Azubis mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden. Hotelfachleute und Köche liegen erneut auf den hinteren Plätzen. Jeder zweite Auszubildende berichtet zudem von psychischen Belastungen.
iStock stockfour
Der DGB-Ausbildungsreport stellt dem Gastgewerbe kein gutes Zeugnis aus
Die Ausbildungszufriedenheit in Deutschland ist laut DGB-Ausbildungsreport 2026 deutlich gesunken. Nur noch 65,7 Prozent der Auszubildenden geben an, mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um 5,9 Prozentpunkte. Nach Angaben des DGB ist dies der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung. Grundlage des Reports ist eine Befragung von 13.227 Auszubildenden aus 25 häufig gewählten dualen Ausbildungsberufen.
Für das Hotel- und Gaststättengewerbe fallen die Ergebnisse erneut schwächer aus als im Durchschnitt aller Berufe. Hotelfachleute erreichen im Gesamtranking der Ausbildungsqualität Platz 23, Köche Platz 21 von 25 untersuchten Berufen.
Hotelfachleute auf dem letzten Platz bei Ausbildungsqualität
Besonders auffällig ist das Abschneiden der Hotelfachleute bei der fachlichen Qualität der Ausbildung im Betrieb. In diesem Teilranking belegen sie Rang 25 und damit den letzten Platz. Bewertet werden dabei unter anderem die Einhaltung des Ausbildungsplans, die fachliche Anleitung durch Ausbilder sowie der Anteil ausbildungsfremder Tätigkeiten.
Auch die persönliche Zufriedenheit liegt unter dem Durchschnitt. Nur 54 Prozent der angehenden Hotelfachleute sind mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden. Bei den Köchen liegt dieser Wert bei 58 Prozent. Zum Vergleich: Über alle Berufe hinweg beträgt die Zufriedenheitsquote 66 Prozent.
Überstunden und fehlende Betreuung bleiben Themen
Der Report zeigt darüber hinaus Probleme bei den Ausbildungsbedingungen. 35 Prozent der Auszubildenden leisten regelmäßig Überstunden. 16 Prozent geben an, häufig oder immer Tätigkeiten übernehmen zu müssen, die nicht dem Ausbildungsziel dienen.
Eine wichtige Rolle spielt die Betreuung durch Ausbilder. Zwar haben die meisten Auszubildenden formal einen zuständigen Ausbilder, doch 12 Prozent berichten, dass dieser selten oder nie ansprechbar ist. Der DGB sieht einen engen Zusammenhang zwischen Betreuung und Ausbildungsqualität.
Mentale Gesundheit rückt in den Fokus
Schwerpunkt des Ausbildungsreports 2026 ist die mentale Gesundheit. 51 Prozent der Befragten berichten von psychischen Belastungen. Als Ursachen nennen sie vor allem Leistungs- und Zeitdruck, Personalmangel sowie Verantwortungsdruck im Betrieb. Hinzu kommen finanzielle Sorgen und Probleme bei der Wohnsituation.
Mehr als 40 Prozent der betroffenen Auszubildenden wissen nach eigenen Angaben nicht, mit wem sie über ihre Belastungen sprechen können. Für die Hotellerie sind die Ergebnisse vor allem mit Blick auf die Gewinnung und Bindung von Nachwuchskräften relevant. Der Report legt nahe, dass Ausbildungsqualität, verlässliche Betreuung und planbare Arbeitsbedingungen wichtige Faktoren für Zufriedenheit und Ausbildungserfolg bleiben.