Die wirtschaftliche Einschätzung der deutschen Beherbergungsbetriebe fällt zurückhaltend aus. Nur 41 Prozent bewerten die Entwicklung der vergangenen Monate positiv. Weniger als die Hälfte erwartet für die nächsten sechs Monate eine günstige Entwicklung. Jeder fünfte Betrieb rechnet sogar mit einer Verschlechterung der Lage.
Bei den wichtigsten Kennzahlen liegt Deutschland deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. 20 Prozent der Betriebe meldeten steigende Durchschnittsraten, europaweit waren es 40 Prozent. Eine höhere Auslastung verzeichneten 16 Prozent der deutschen Häuser. Damit fiel der Zuwachs bei den Belegungsraten unter allen untersuchten Ländern am geringsten aus.
Kleine Betriebe spüren stärkeren Druck
Das Barometer zeigt zudem Unterschiede zwischen großen und kleinen Unternehmen. Europaweit bewerten 72 Prozent der Kettenhotels ihre wirtschaftliche Lage positiv, bei unabhängigen Betrieben sind es 55 Prozent.
Besonders sichtbar werden die Unterschiede beim Thema Cybersicherheit. In Deutschland halten 55 Prozent der Unterkünfte ihre Schutzmaßnahmen für ausreichend. Auf europäischer Ebene verfügen große Betriebe häufiger über Schulungen, Sicherheitsprüfungen und externe Spezialisten als kleine Häuser.
Events als Treiber für Nachfrage
Neben Cyberrisiken beschäftigen viele Hoteliers die Themen Wetterextreme, IT-Ausfälle und lokale Störungen wie Streiks oder Baustellen. Um schwächere Reisezeiten auszugleichen, setzen viele Betriebe auf Sonderangebote und verschiedene Vertriebskanäle.
Als wichtiger Wachstumstreiber erweist sich der Veranstaltungstourismus. 64 Prozent der deutschen Betriebe geben an, in den vergangenen zwölf Monaten von eventbedingter Nachfrage profitiert zu haben. Mehr als jeder fünfte Betrieb bezeichnet den Effekt als erheblich. Viele Häuser berichten in diesem Zusammenhang von höheren Erlösen pro Zimmer und einer besseren Auslastung außerhalb klassischer Nachfragespitzen.
