Das Bundeskartellamt hat die Übernahme am 25. August freigegeben. Nach Hotel-vor9-Informationen gehören zu den betroffenen Häusern unter anderem das H+ Hotel Berlin Mitte, das H+ Hotel München, die Ibis-Styles-Hotels in Aschaffenburg, Bamberg und Coburg sowie das Vienna House Easy by Wyndham Berlin Potsdamer Platz und Hamburg.
Formal ist der Übergang auf der Zielgeraden. Doch in den betroffenen Hotels wächst die Unruhe. Wie Hotel vor9 aus mehreren Häusern erfahren hat, liegt den Beschäftigten noch immer keine verbindliche Information vor, ob und auf welcher Grundlage ihre Arbeitsverhältnisse fortgeführt werden.
General Manager fragen nach ihrer Zukunft und erhalten derzeit keine Antwort
General Manager der betroffenen Hotels haben nach Hotel-vor9-Informationen sowohl bei der Revo-Geschäftsführung als auch bei B&B wiederholt nachgefragt. Eine konkrete Antwort sei bislang nicht erfolgt. Im Zentrum steht die Frage, ob es sich bei der Veräußerung der Hotels um einen Betriebsübergang nach § 613a BGB handelt. Das Gesetz sieht vor, dass bei Übernahme eines laufenden Betriebs die Arbeitsverhältnisse automatisch auf den neuen Betreiber übergehen.
Die Sorge hat einen konkreten Hintergrund: B&B setzt in Deutschland vorzugsweise auf ein sogenanntes Managementpartner-Modell. Dabei gründen Hotelmanager eigene Gesellschaften und übernehmen die operative Führung einzelner Häuser im Auftrag von B&B. Dieses Modell unterscheidet sich grundlegend von der bisherigen Revo-Struktur, wo die Mitarbeiter direkt bei der Hotelbetriebsgesellschaft angestellt waren. Für die Beschäftigten ist daher unklar, ob sie künftig von B&B oder einer Managementpartner-Gesellschaft beschäftigt würden. Und ob § 613a in diesem Konstrukt überhaupt greift.
Befeuert wird die Verunsicherung durch die Erfahrungen in den Prism-Hotels, wo nach der Übernahme zahlreiche Beschäftigte ihre Kündigungen erhielten. Genau dieses Szenario wollen die B&B-Belegschaften vermeiden. Hotel vor9 hat daher beide Seiten um Stellungnahme gebeten. Die Antworten dürften die Sorgen jedoch kaum zerstreuen.
B&B bestätigt, dass das Managementpartner-Modell Anwendung finden soll
B&B bestätigt die Absicht, „einem Teil der Häuser aus dem Portfolio der Revo Hospitality Group eine neue Perspektive zu geben", erteilt aber keine Auskünfte zu den genauen Standorten oder dem voraussichtlichen Zeitplan. Dagegen betont das Unternehmen, die Zuständigkeit für die Arbeitsverhältnisse liege „bis zum rechtlich verbindlichen Abschluss des Erwerbs bei den jeweiligen Betreibergesellschaften in Eigenverwaltung" – also bei Revo.
Zugleich bestätigt B&B, dass das Managementpartner-Modell auch bei den Revo-Häusern Anwendung finden soll. Konkret schreibt die Hotelgruppe: "B&B Hotels arbeitet weitgehend mit selbständigen Hotelgesellschaften zusammen. Diese unabhängigen Unternehmen sind unsere Vertragspartner. Sie werden von eigenständigen Hoteliers als Geschäftsführer geleitet, die die Hotels in unserem Namen sowie auf unsere Rechnung betreiben. Dieses Modell würde im Falle einer Übernahme von Revo-Häusern ebenfalls Anwendung finden."
Für die Beschäftigten dürfte genau diese Bestätigung die zentrale Sorge eher verstärken: Wenn nicht B&B selbst, sondern eine neu gegründete Gesellschaft den Betrieb übernimmt, bleibt offen, ob die bisherigen Arbeitsverträge übergehen. Oder oder ob sich die Mitarbeiter bei einem neuen Arbeitgeber neu bewerben müssen.
Der aktuelle Arbeitgeber, Revo beziehungsweise GT Restructuring, möchte die Fragen hingegen nicht beantworten. Man könne sich „nicht zu einzelnen Objekten und den Details der Veräußerung äußern, um den Prozess und die Beteiligten zu schützen", teilt das Unternehmen mit.
Pascal Brückmann
