Die von WMP Consult im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) durchgeführte Studie zeigt: 91 Prozent der Preise auf Speisenkarten blieben unverändert, bei rund acht Prozent gab es sogar Steigerungen. Im Durchschnitt stiegen die Preise um 0,5 Prozent. Besonders häufig verteuerten sich Bowls, Schnitzel und Steaks.
Eine Entlastung für Gäste bleibt aus
NGG-Vorsitzender Guido Zeitler zieht eine ernüchternde Bilanz: "Die Bundesregierung wollte mit der Mehrwertsteuersenkung auch die Gäste entlasten. Tatsächlich ist davon nichts bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen. Zwischen politischem Anspruch und Realität klafft eine deutliche Lücke."
Kritisch sei zudem, dass auch die Beschäftigten bisher nicht von dem Steuergeschenk profitiert hätten. In den laufenden Tarifverhandlungen mit dem Dehoga erlebe die NGG eine große Blockadehaltung bei Lohnerhöhungen.
Laut einer NGG-Befragung ist das Personal am Limit
Eine bundesweite Beschäftigtenbefragung der NGG unter mehr als 2.000 Mitarbeitern zeichnet das Bild einer Branche an der Belastungsgrenze. Knapp drei Viertel der Beschäftigten hat bereits darüber nachgedacht, die Branche zu verlassen. Fast jede zweite befragte Person arbeitet regelmäßig acht bis zehn Stunden täglich, zehn Prozent sogar noch länger. Drei Viertel können sich nach langen Arbeitstagen nicht ausreichend erholen.
79 Prozent berichten von kurzfristigen Dienstplanänderungen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben erschweren. Vor diesem Hintergrund sprechen sich 96 Prozent der Befragten für eine Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit aus.
NGG plädiert für Kurswechsel
Zeitler fordert einen Kurswechsel: "Die Branche kann nicht dauerhaft von staatlicher Unterstützung profitieren, während die Beschäftigten leer ausgehen. Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss bessere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen bieten, statt den Acht-Stunden-Tag infrage zu stellen."
