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MHP Hotel AG muss Prognose wegen schwächerem Geschäft senken

Bei der MHP Hotel AG (u.a. Koenigshof München, Conrad Hamburg, Sheraton Düsseldorf Airport Hotel) hat sich das Geschäft im ersten Halbjahr eingetrübt. Zwar konnte der Konzernumsatz um 25 Prozent gesteigert werden, doch die Profitabilität sinkt und der Hotelbetreiber sieht sich gezwungen, die Jahresprognose zu korrigieren.

Die MHP Hotel AG muss ihre Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026 nach unten korrigieren. Zwar konnte der Hotelbetreiber seinen Konzernumsatz im ersten Halbjahr um 25,1 Prozent auf 99,3 Millionen Euro steigern. Gleichzeitig zeigen die operativen Kennzahlen, dass sich das Marktumfeld eingetrübt hat. Die Belegung sank von 73,5 auf 72,0 Prozent, die durchschnittliche Zimmerrate von 222 auf 219 Euro. Der RevPAR ging von 163 auf 158 Euro zurück.

Besonders bemerkbar macht sich die schwächere Nachfrage aus den arabischen Golfstaaten. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen und Mittleren Osten haben im zweiten Quartal zu einer verhaltenen Nachfrage aus der Region geführt, heißt es in einer Mitteilung. Das wirkt sich vor allem auf die MHP-Standorte München, Frankfurt und Wien aus. In München ging die Zahl der Gäste aus den arabischen Golfstaaten im ersten Halbjahr um 20,7 Prozent zurück, die Übernachtungen sanken um 15,9 Prozent.

Hinzu kommen weltweit gestiegene Energiekosten, die die Margen belasten. Besonders betroffen sind Hotels mit umfangreichem Tagungs- und Gastronomiegeschäft, da höhere Kosten nicht unmittelbar an die Gäste weitergegeben werden können. Auch das F&B-Geschäft entwickelte sich bislang verhalten. MHP beobachtet eine zunehmende Kaufzurückhaltung bei Privat- und Geschäftsreisenden, die sich auch in der Gastronomie bemerkbar macht.

Angesichts geopolitisch bedingter Nachfrageschwankungen konzentrieren wir uns nun fokussiert darauf, die Profitabilität durch konsequentes Kostenmanagement und zusätzliche Vertriebsimpulse weiter zu stärken.

Jörg Frehse, Vorstandsvorsitzender der MHP Hotel AG

Ein weiterer Belastungsfaktor ist das Conrad Hamburg. Das Hotel trug 2026 erstmals über den gesamten Berichtszeitraum zur Geschäftsentwicklung bei und war damit ein wesentlicher Wachstumstreiber. Der Aufbau der Nachfrage über die globalen Vertriebs- und Markensysteme von Hilton verläuft jedoch langsamer als ursprünglich erwartet. Dadurch fällt der für 2026 erwartete Beitrag des Hauses geringer aus. MHP hat deshalb die Vermarktung intensiviert und zusätzliche Kooperationen mit internationalen Luxusreiseagenturen gestartet.

Die schwächere operative Entwicklung zeigt sich auch beim Ergebnis. Das Konzern-EBITDA lag im ersten Halbjahr bei 0,2 Millionen Euro gegenüber 2,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der direkte Vergleich ist allerdings verzerrt, da MHP im ersten Halbjahr 2025 einen Eigentümerzuschuss von rund vier Millionen Euro für Investitionen im Conrad Hamburg als Ertrag verbucht hatte. Bereinigt um diesen Einmaleffekt verbesserte sich das operative EBITDA von minus 1,7 Millionen auf 0,2 Millionen Euro, erklärt das Unternehmen.

Die Anpassung der Jahresprognose fällt aber letztendlich deutlich aus. MHP erwartet für 2026 einen Konzernumsatz von 220 bis 225 Millionen Euro. Zuvor waren rund 225 Millionen Euro prognostiziert worden. Beim EBITDA rechnet das Unternehmen nur noch mit rund acht Millionen Euro statt mit mehr als zehn Millionen Euro.

Pascal Brückmann