News für die Hotellerie

Wie das X die Hospitality mit neuen Themen verbindet

Die jungen Gründer Tobias Oberdieck und Otto Konstantin Lindner haben mit Hospitality X von Düsseldorf aus in nur vier Jahren ein Portfolio aus sechs höchst unterschiedlichen Hotels aufgebaut. Jedes Projekt folgt einem eigenen Konzept, einer eigenen Marke und meist einem anderen Vertragsmodell. Hotel vor9 gibt einen Überblick.

Der Ansatz von Hospitality X klingt eingängig und wurde von Hotel vor9 bereits beschrieben: Hotellerie mit branchenfremden Themen "kreuzen", die Eigenvermarktung konsequent vor Franchise stellen. Doch wie sieht das in der Praxis aus? Und wo sind die wesentlichen Unterschiede zu anderen Betreibermodellen?

Zunächst ist es die Bandbreite der angewendeten Vertragsverhältnisse: „Wir haben eigentlich alle Vertragsarten, die die Hotelindustrie so bietet", erklärt Geschäftsführer Tobias Oberdieck. Das Spektrum reicht vom Mietvertrag mit vollem wirtschaftlichem Risiko über Managementverträge im Namen und auf Rechnung des Eigentümers bis hin zu reinen Beratungsmandaten, bei denen Hospitality X Hotels zeitlich begrenzt in die Eigenständigkeit überführt. Welches Modell zum Einsatz kommt, richtet sich stets nach den Bedürfnissen des jeweiligen Eigentümers. Gemeinsam ist allen Projekten der Grundgedanke des Crossings: Jedes Haus wird mit einem branchenfremden Leitthema verbunden, das zusätzliche Zielgruppen erschließen soll.

Healthcare in Düsseldorf, Sport als Leitthema in Leverkusen

Das Düsseldorfer Flaggschiff The Zipper steht für die Verbindung von Hotellerie und Gesundheit. In den ersten fünf Etagen des Gebäudes praktizieren laut Hospitality X 14 Fachärzte, darüber liegen 168 Apartments zwischen 22 und 75 Quadratmetern. Rund die Hälfte der Gäste bleibt demnach mehrere Monate, die andere Hälfte setzt sich aus Messe- und Geschäftsreisenden sowie Patienten der benachbarten Klinik zusammen. Und natürlich gibt es auch ganz normale Freizeitgäste am Wochenende. Im dritten Betriebsjahr liegt die Belegung nach Unternehmensangaben trotz der enormen Größe bei knapp 70 Prozent.

An der Bayarena in Leverkusen verknüpft das seit Anfang 2026 betriebene Curve Hotel Hotellerie mit Sport und Eventgeschäft. Zuvor war das Haus als Lindner Hotel betrieben worden. Logenvermarktung und Veranstaltungen sollen Umsatz jenseits der klassischen Übernachtung generieren. Innerhalb eines halben Jahres sei die Eigenvermarktung bereits auf rund 50 Prozent hochgefahren worden, berichtet Otto Konstantin Lindner. Bei beiden Häusern tritt Hospitality X als Mieter und Betreiber auf und trägt damit das volle wirtschaftliche Risiko.

Familie, Sport und Erholung im Hochschwarzwald

Im Hochschwarzwald dagegen findet sich ein völlig anderes Objekt, das von Hospitality X geführt wird: das Resort Vier Jahreszeiten am Schluchsee. Ein großes Freizeit- und Wellnessresort mit über 200 Zimmern und sechs Gastronomie-Outlets. Hier lautet das Crossing-Thema Familie und Bewegung. Hinter dem Hotel verbirgt sich die Sparte Hospitality X Invest, die Josephine Lindner, Schwester von Otto Konstantin, als Geschäftsführerin verantwortet. Das Unternehmen tritt hier sowohl als Eigentümervertreter als auch als Betreiber auf.

Das Haus mit dem Baujahr 1979 hat Vergangenheit und mitunter auch Erneuerungsbedarf. Auch das ist dann eine Aufgabe von Hospitality X. Ein Thema nicht nur verwalten, sondern weiterentwickeln. Die Tennishallen, ein Relikt aus der Ära Boris Becker, dienen heute als Padel-Courts, zusätzlich wurde ein moderner Fitnessbereich mit Technogym-Ausstattung geschaffen. Und in der Kinderspielwelt werden jährlich rund 20.000 junge Gäste gezählt.

Motorsport am Nürburgring, ein Tierpark in Hamburg

Bei den Hotels am Nürburgring und im Golfhotel am Wiesensee wiederum kommt ein anderes Modell zum Einsatz: Beratung statt Betrieb. Beide Anlagen gehören Eigentümern, die nach dem Auslaufen ihrer Verträge mit Lindner Hotels den Betrieb eigenständig weiterführen wollten. Hospitality X begleitet sie auf diesem Weg als Berater, half bei der technologischen Neuaufstellung und bei der Herauslösung aus bestehenden Strukturen und erarbeitete Konzepte für eine Neupositionierung am Markt. Am Nürburgring liegt das branchenfremde Thema in Großevents und Motorsport. Die Verträge laufen über mehrere Jahre.

Das Park-Hotel Hagenbeck in Hamburg, ebenfalls ein ehemaliges Lindner Hotel, wiederum läuft über einen klassischen Managementvertrag: Hospitality X betreibt das Hotel im Namen und auf Rechnung des Eigentümers. Und ein klares Thema gibt es auch hier: Das Haus wurde 2009 als erstes Tierpark-Themenhotel der Welt konzipiert.

Pascal Brückmann

Lesen Sie demnächst bei Hotel vor9: Wie das Konzept des Düsseldorfer Flaggschiffs The Zipper im Detail funktioniert und warum Franziska Pfaff dort mit 30 Jahren bereits zur General Managerin aufgestiegen ist.