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Dehoga wehrt sich gegen NGG-Vorwürfe zur Mehrwertsteuer

Der Dehoga Bayern widerspricht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hinsichtlich der Mehrwertsteuersenkung und der Beschäftigungssituation im Gastgewerbe. Die Lage vieler Betriebe bleibe wegen stark gestiegener Kosten sowie Konsumzurückhaltung äußerst angespannt. Die Steuersenkung auf Speisen sei deshalb kein Geschenk, sondern diene der Existenzsicherung der Branche, so der Verband.

"Die Vorwürfe der NGG greifen zu kurz und gehen an der wirtschaftlichen Realität des Gastgewerbes vorbei. Die sieben Prozent Mehrwertsteuer sichern Betriebe, stabilisieren Preise und erhalten Arbeitsplätze", sagt Dehoga-Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer. Die Mehrwertsteuersenkung sei ausdrücklich kein staatliches Preissenkungsprogramm, so die Verbandschefin weiter.

Der Dehoga verweist auf eine Umfrage bei fast 700 gastgewerblichen Betrieben in Bayern: Demnach bewerten über 90 Prozent die Regelung als existenzsichernd oder sehr wichtig. Drei Viertel konnten dadurch ihre Preise stabil halten, 78 Prozent gestiegene Personal- und Lohnkosten auffangen und gut die Hälfte bestehende Arbeitsplätze sichern. Ohne die Entlastung wären deutlich stärkere Preissteigerungen unvermeidbar gewesen, so der Dehoga.

Der Dehoga zieht andere Schlüsse aus der Preisuntersuchung der NGG

Zudem interpretiert der Verband die Ergebnisse der NGG-Auswertung von 180.000 Gerichten vollkommen anders als die Gewerkschaft: 91 Prozent der untersuchten Gerichte blieben unverändert. Gleichzeitig stieg der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar um 8,4 Prozent. Die Arbeitskosten im Gastgewerbe lagen im zweiten Quartal 2026 mehr als 53 Prozent über dem Niveau des ersten Quartals 2022. Dennoch erhöhte sich der durchschnittliche Preis der von der NGG untersuchten Gerichte lediglich um 0,5 Prozent, so das Fazit des Dehoga Bayern.

Dehoga bemängelt Repräsentativität der Beschäftigtenbefragung

Die Aussagekraft der NGG-Beschäftigtenbefragung müsse sachlich eingeordnet werden, denn befragt wurden ausschließlich Mitglieder der Gewerkschaft. Zudem arbeiten 78 Prozent der Befragten in Vollzeit und 65 Prozent bereits seit mehr als zehn Jahren in der Branche. Ohne den Nachweis einer repräsentativen Stichprobe ließen sich die Ergebnisse deshalb nicht pauschal auf alle mehr als zwei Millionen Beschäftigten im Gastgewerbe übertragen, argumentiert der Verband. "Die NGG organisiert lediglich rund 1,8 Prozent der Beschäftigten in Deutschland. Eine NGG-Mitgliederbefragung ist legitim – sie ist aber kein Stimmungsbild von 2,2 Millionen Beschäftigten", sagt Dehoga-Bayern-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert.