News für die Hotellerie

Daniel Müller – die Nummer eins bei Motel One

Daniel Müller ist der Sohn von Motel-One-Gründer Dieter Müller. Der Vater hat sich schon vor Jahren aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, Daniel hat das Business übernommen. Die Hotellerie kennt er familienbedingt von klein auf, seine Sporen verdiente er vor seinem Einstieg bei Motel One bei Accor. Dass er eigentlich Profikicker werden wollte, erzählt er im Gästebuch von Hotel vor9.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Stürmer mit Stammplatzgarantie bei Schalke 04. Leider wurde mein Talent nie erkannt 😉

Wie sind Sie in die Hotellerie gekommen?
Mein Vater ist Hotelier aus Leidenschaft und einer der erfolgreichsten Hotelunternehmer in Europa. Das Thema "Hotel" war präsent. Wichtig ist aber, seinen eigenen Weg zu gehen und zu erkennen, ob man die gleiche Leidenschaft teilt. Aus diesem Grunde habe ich bewusst kein Studium in Hospitality angefangen. Feuer habe ich während eines Praktikums im Novotel London Hammersmith gefangen. 700 Zimmer, große Veranstaltungen von Greenpeace bis zur Jahrestagung der Labour Party, da war was los und ich war mittendrin....

Welche Entscheidung in Ihrem Berufsleben hat Ihre Karriere besonders geprägt?
Ich war bis 2007 ein überzeugter Accorianer und hatte mit Holger Hutmacher einen inspirierenden Vorgesetzten und Mentor. Die Entscheidung, dann in das noch junge Unternehmen Motel One einzutreten, ist mir nicht leichtgefallen. Im Rückspiegel war sie aber mehr als richtig. Ich durfte die türkise Erfolgsstory vom Start-up zu einem der erfolgreichsten Hotelunternehmen in Europa mit über einer Milliarde Umsatz gemeinsam mit meinem Vater und Uschi sowie vielen weiteren tollen Menschen der One-Family mitbegleiten. Was für eine tolle Reise.

Wie sieht für Sie das Hotel der Zukunft aus?
Digitaler im Hintergrund und persönlicher im Vordergrund. Technologie sollte vieles einfacher machen, aber am Ende entscheidet immer noch das Gefühl, das ein Hotel vermittelt. Gute Lage, gutes Design und echte Gastfreundschaft werden auch in Zukunft nicht aus der Mode kommen.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
100 Prozent Dynamik! Dass kein Tag wie der andere ist. Routine kommt nicht auf und passt auch nicht zu mir. Wir arbeiten mit Immobilien, Marken, Design, Gastronomie und Technologie und am Ende entsteht daraus ein Ort, an dem Gäste eine gute Zeit verbringen. Diese Mischung finde ich bis heute spannend.

Was nervt Sie am meisten?
Wenn Dinge unnötig kompliziert werden. Ich mag pragmatische Lösungen und das Gefühl, voranzukommen.

Was kann die Hotellerie in Deutschland von Kollegen im Ausland lernen?
An manchen Orten etwas mehr Mut und Leichtigkeit. Nicht jedes Detail muss erst perfekt sein, bevor man etwas ausprobiert. Gleichzeitig ist die deutsche Hotellerie bei Qualität und Verlässlichkeit sehr stark. Am besten verbindet man beides.

Was war Ihr prägendstes Erlebnis in einem Hotel?
Auf jeder Reise, in eines unserer Hotels, wird mir durch den Austausch mit unseren Mitarbeitenden klar, wie cool unsere Branche ist. Die Menschen, die bei uns arbeiten, inspirieren mich mit ihrer Leidenschaft immer wieder.

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Ein Jahr ist zu viel....

Wie schalten Sie ab?
Familie, Sport und Freunde. Es ist harte Arbeit, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit zu finden.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Die 100 besten Prinzessinnen-Geschichten von Disney als Gute-Nacht-Ritual für meine Töchter.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
Das ist so lange her, ich kann mich nicht mehr darin erinnern.

Ihr Lieblingsessen?
Linseneintopf von meiner Mutter.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Mallorca. Wir haben eine besondere Beziehung zu der Insel.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Isadore Sharp (Gründer von Four Seasons) – mich inspirieren seine Hotels und seine Mitarbeitenden. Oder Sam Altmann, um mehr zu erfahren, welche KI-Entwicklungen in den nächsten Jahren einen starken Einfluss auf unser Verhalten haben.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
Gesund, neugierig und mit Menschen um mich herum, mit denen ich gerne Zeit verbringe. Wo genau, ist für mich dabei fast zweitrangig. Ein schöner Ort und gutes Essen würden aber sicher nicht schaden.

Daniel Müller (geboren 1978) studierte internationale Betriebswirtschaft an der International School of Management Dortmund. Nach ersten Stationen im familieneigenen Sporthotel Achental und bei der Accor-Gruppe trat er 2007 bei Motel One ein. Dort eröffnete und leitete er zunächst das Haus am Berliner Ku’damm. Seit Januar 2010 ist Daniel Müller COO und seit 2018 als Co‑CEO verantwortlich für die operative Leitung der Motel One.