So will Jörg Böckeler die Bonner Invite Group entwickeln
Der frühere Dorint-Chef Jörg Böckeler (Foto) startet jetzt als CEO bei der Bonner Invite Group durch. Im Gespräch mit Hotel vor9 berichtet der erfahrene Hotelmanager, was ihn an dem auf Gastronomie und Hotelbetrieb spezialisierten Unternehmen gereizt hat. Perspektivisch sollen weitere Hotels dazukommen, zudem lasse sich die Eigenmarke Kameha duplizieren.
Invite Group
Zurück im Sichtfeld der deutschen Hotellerie: Jörg Böckeler
Einige Monate war es still um Jörg Böckeler. Nach rund acht Jahren als Geschäftsführer bei Dorint war Ende Juli 2025 bekannt geworden, dass er die Hotelgruppe auf eigenen Wunsch hin verlässt. Doch jetzt ist Böckler zurück im Sichtfeld der deutschen Hospitality-Wirtschaft, er leitet seit dem 1. Mai als CEO die Geschicke der Bonner Invite Group.
Sichtlich zufrieden und um etliche Kilo leichter hat er in diesen Tagen die neue Position angetreten, nachdem der Invite-Gesellschafter Jörg Haas ihm den CEO-Job angeboten hatte. Haas ist ebenfalls Gesellschafter der Scopevisio AG, das Softwarehaus bietet unter anderem spezialisierte Lösungen für die Hotellerie. Haas habe über die Entwicklung von Immobilien schrittweise ein Hotel- und Gastronomieportfolio aufgebaut, welches nun eine kritische Größe erreicht habe, dass ein ausgewiesener CEO-Experte das Geschäft in die Zukunft führen soll, berichtet Böckeler.
Die Eigenmarke Kameha könnte als Hebel für weiteres Wachstum dienen
Die Gruppe erzielt nach Böckelers Angaben rund 100 Millionen Euro Umsatz, etwa 65 Prozent davon entfallen auf die Hotellerie. Zum Portfolio zählen aktuell vier Hotels. Das Kameha Grand Bonn, das Hideaway & Spa Hotel Marienhöh, das Chalet-Resort Bergwiesenglück in Tirol sowie das bisherige Marriott Hotel in Bonn, das seit dem 1. Juni als Radisson Blu fortgeführt wird. Dazu kommen Gastronomiekonzepte wie Yunico, Rohmühle, Rolandsbogen, Bonn Gout sowie die bekannten Berliner Häuser Austernbank und Gendarmerie.
Strategisch will Böckeler die kommenden zwölf Monate für eine Bestandsaufnahem und die Optimierung der Geschäftsabläufe nutzen, ehe dann auch ein kontrolliertes Wachstum auf der Agenda steht. Eine zentrale Rolle könnte dabei die Eigenmarke Kameha spielen. Da Marken- und Designrechte vollständig beim Unternehmen liegen, eröffne sich nach Böckelers Einschätzung vielfältige Optionen für die Luxusmarke, sofern sich die dafür passende Immobilienobjekte finden würden.
Geografisch werde sich Invite weiterhin auf den DACH-Raum konzentrieren und bei den Konzepten das Premium-Segment mit Leisure-Schwerpunkt bespielen. Bei den Betreibermodellen sei man hingegen flexibel. "Für uns kommen Pacht-, Management- und Franchiseverträge ebenso infrage wie Eigentum" erläutert Böckeler.
Pascal Brückmann