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13. Oktober 2023 | 17:12 Uhr
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Wellness-Hotellerie steht unter starkem Druck

Die deutsche Wellness- und Gesundheitshotellerie verliert an Schwung. Dies ist die Einschätzung der Macher des Wellnesshotelführers Relax Guide. Erstmals seit 25 Jahren wird dort eine rückläufige Zahl von Wellnessbetrieben registriert.

Hotel Zeller Kahl Wellness Foto Hotel Zeller

Die gestiegenen Preise werden zunehmend zum Problem für die Wellness-Hotels.

"Seit Beginn unserer Erhebungen im Jahr 1999 stieg die Zahl der Wellnesshotels Jahr für Jahr an“, sagt Christian Werner, Herausgeber des Relax Guide. "Wir starteten bei knapp 280 Betrieben mit Spa-Angebot; aktuell stehen wir in Deutschland bei 1.152. Allerdings beobachten wir erstmals seit 25 Jahren mehr Hotelschließungen als Neueröffnungen."

Bis 2019 sperrten jährlich im Durchschnitt 3,2 Hotels zu. "Dann kamen Corona-Maßnahmen, Lockdowns, Krieg und Arbeitskräftemangel: Seit 2020 beobachten wir einen deutlich wachsenden Trend bei den Schließungen." Für 2023 weist der neue Guide den traurigen Rekord von 27 Schließungen aus.

Dem gegenüber steigen die Preise weiterhin unerbittlich an. Für ein Doppelzimmer mit Halbpension muss der Gast in Deutschland um durchschnittlich 8,9 Prozent mehr als im Vorjahr zahlen, in Österreich um 6,4 Prozent und in Südtirol um 7,5 Prozent, "In Einzelfällen machte die Preissteigerung bis zu 30 Prozent aus", sagt Werner. Kein Wunder daher, dass viele Gäste ihre Freizeitgestaltung mittlerweile überdenken und den verdienten Urlaub anderswo buchen.

Die Auswirkungen auf die Branche seien bedrohlich. Neben den Häusern, die im Jahr 2023 den Betrieb einstellen mussten, sehen sich viele weitere gezwungen, ihr Angebot zu verringern. So haben rund 45 Prozent die in der Branche übliche Dreiviertelpension (Halbpension mit Light Lunch und Nachmittagsjause) auf reine Halbpension reduziert. Vielfach wurde auch der Umfang der Dreiviertelpension verringert. Die Anzahl jener Häuser, die nur noch Nächtigung mit Frühstück ohne Halbpension anbieten, ist um knapp 50 Prozent gestiegen.

"Die Branche steht unter starkem Druck", sagt Werner. "Auch der Mangel an Mitarbeitern hat mitunter Ausmaße erreicht, die vor kurzem noch als unvorstellbar galten. Ein stark variierendes Leistungsangebot ist vielerorts die Folge." 

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