Berlin fehlen noch immer vier Millionen Übernachtungen
Die Tourismusbilanz der Hauptstadt fällt erneut negativ aus. Im Jahr 2025 verzeichnete Berlin nur 29,4 Millionen Übernachtungen. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 fehlen der Hauptstadt über vier Millionen Übernachtungen. Die Politik sieht sich trotzdem auf Kurs.
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Der Hauptstadt fehlt eine klare Strategie, um wieder an alte Gästezahlen anzuknüpfen
Laut der offiziellen Statistik erreichte Berlin 2019 rund 34,1 Millionen Übernachtungen von etwa 13,9 Millionen Gästen. Sechs Jahre später liegt die Hauptstadt noch immer deutlich darunter. Ein Minus von rund 14 Prozent bei den Übernachtungen und etwa elf Prozent bei den Gästen steht hier zu Buche.
In der offiziellen Pressemitteilung der Vermarktungsorganisation Visit Berlin fehlt jeder Vergleich mit dem Vorkrisenniveau. Stattdessen erklärt Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), Berlin "zieht unvermindert an" und halte "das Niveau des Vorjahres in etwa stabil". Auch Burkhard Kieker, Geschäftsführer von Visit Berlin, spricht lediglich von einem "anspruchsvollen" Jahr und schaut "optimistisch in die Zukunft".
Dass Berlin als eine der großen europäischen Städtedestinationen den Rückstand auf 2019 noch nicht annähernd aufgeholt hat, blieb unerwähnt. Zwar wuchsen einzelne Quellmärkte wie China (+14,4 Prozent) oder Indien (+10,0 Prozent). Aber diese Nischenmärkte können die fehlenden Gäste aus Deutschland und Europa nicht ansatzweise ersetzen. In Berlin hängen laut der Politik 224.800 Arbeitsplätze vom Städtetourismus ab.
Pascal Brückmann