Es hat ein bisschen gedauert, aber nun reagieren die Vertreter der Reisebüros im Branchenverband auf die sogenannten Bestpreise von Lufthansa, die erstmalig exklusiv nur auf NDC- und Direct-Connect-Buchungskanälen angeboten werden. Logischerweise werten die Vertreter des Vertriebs den Schritt als Affront gegenüber dem Fremdvertrieb. "Die Lufthansa wirft damit Knüppel in die Beine des Reisebürovertriebs. Sie entzieht dem Fremdvertrieb wettbewerbsfähige Preise und verabschiedet sich aus dem neutralen Preis-Leistungsvergleich", sagt Ralf Hieke, DRV-Vizepräsident der mittelständischen Reisemittler. Otto Schweisgut, Vorsitzender des DRV-Ausschusses Flug, sieht in der Lufthansa-Strategie "eine klare Diskriminierung des Fremdvertriebs durch gravierende Wettbewerbsvorteile für den Eigenvertrieb". Auch im Geschäftsreisesegment kommt die Aktion nicht gut an. Der DRV-Vorstand und DRV-Ausschussvorsitzende Business Travel Stefan Vorndran kritisiert, die technische Umsetzung sei unzureichend: „Die derzeit im Markt verfügbaren technischen Anwendungen sind allesamt für den professionellen Flugschein-Vertrieb gerade im Geschäftsreisebereich nicht brauchbar. Durch die Anbindung solcher Tools beziehungsweise deren Anwendung entstehen Mehraufwände, die erheblich sind."