News für die Hotellerie

Anna Heuer - zwischen Marathon und Management

Ausdauer prägt Anna Heuer nicht nur auf der Laufstrecke. Im Gästebuch von Hotel vor9 erzählt die Geschäftsführerin der Hospitality Sales & Marketing Association Deutschland (HSMA), wie Offenheit für neue Chancen ihren Berufsweg geprägt hat und warum sie es liebt, Menschen zu vernetzen und Wissen weiterzugeben.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Ich wollte immer etwas mit Tieren, am besten Pferden machen, da Pferde mein absolutes Ein und Alles waren.

Wie sind Sie in die Hotellerie gekommen?

Komischerweise nicht durch meine Kindheit, obwohl ich inmitten des Inseltourismus auf Norderney groß geworden bin und mein Vater sogar eine eigene Pension hatte, in der immer Gäste mit bei uns im Haus waren. Tatsächlich war es meine Schwester, die einige Jahre vor mir die Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht hat. Als ich nach dem Abitur keine Ahnung hatte, was ich tun sollte, dachte ich mir: "Das was Alex macht, ist super. Das probiere ich auch mal aus."

Welche Entscheidung in Ihrem Berufsleben hat Ihre Karriere besonders geprägt?

Eine ganz konkrete Entscheidung kann ich hier gar nicht nennen, aber ich glaube, ich bin ganz gut damit gefahren, dass ich einfach die Chancen ergriffen habe, die sich mir boten. In allen meinen Jobs, bei allen Arbeitgebern, bei denen ich bisher war (so viele waren es nicht), habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Dann kam immer jemand, der mir etwas Neues angeboten hat, was ich zuvor nie in Erwägung gezogen hatte. Dennoch habe ich mich dann dafür entschieden und so neue Menschen kennengelernt und meinen Horizont erweitert. Von der Stadthotellerie über die Leisure-Hotellerie bis hin zum Verband konnte ich eine Menge lernen.

Wie sieht für Sie das Hotel der Zukunft aus?

Ich hoffe, dass es bunt, vielfältig, fröhlich und vor allem qualitativ hochwertig ist. Ich wünsche mir, dass es Hotels gibt, in denen der Servicegedanke (wieder) im Mittelpunkt steht, in denen Menschen Menschen begegnen und ihnen ein Zuhause auf Zeit geschenkt wird. Andererseits wünsche ich mir gut organisierte und funktionale Konzepte, die es gleichzeitig schaffen, durch die technische Ausstattung genau das zu bieten, was der Gast, der dieses Produkt gewählt hat, braucht – automatisiert und effizient.

Was lieben Sie an Ihrem Job?

Ich liebe alles daran. Ich liebe es, dass ich Teil der Hotellerie sein darf, ich liebe es, dass ich mit sooo vielen unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten darf, ich liebe es, dass es mein Job ist, Menschen miteinander zu verbinden und ich liebe es, Menschen mit Wissen zu versorgen, damit sie ihren Job gut machen können. Gleichzeitig liebe ich es, für einen Verband zu arbeiten, der nicht gewinnorientiert arbeitet. Das bringt mich dazu, die Sinnhaftigkeit zu erkennen und das ist für mich das Allerwichtigste.

Was nervt Sie am meisten?

Am meisten nervt es mich, dass wir Verbände uns seit Jahrzehnten den Mund fusselig reden, wie wichtig es ist, seine Distributionslandschaft divers zu gestalten und den Direktvertrieb in den Vordergrund zu stellen. Und dass es dennoch so viele Hotels gibt, die sich mit Anlauf in die Fänge gewisser OTAs stürzen und sich dann wundern, dass sie abhängig sind.

Was kann die Hotellerie in Deutschland von Kollegen im Ausland lernen?

Die Preise anzuheben.

Was war Ihr prägendstes Erlebnis in einem Hotel?

Es war nicht ein einziges Ereignis. Es waren diverse Abende und Nächte im Spätidienst auf Veranstaltungen oder auch an der Bar, wo ich gemeinsam mit den Kollegen hart gearbeitet habe, um diese harte Arbeit dann im Anschluss als Team zu feiern. Das ist etwas, das unsere Branche ausmacht. #workhardpartyharder

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?

Zunächst würde ich einfach zu Hause bei meiner Familie sein, dann würde ich immer wieder verreisen, bis ich die ganze Welt gesehen habe. Auf jeden Fall würde ich jeden Tag zweimal Sport machen (solange ich Lust dazu habe).

Anna Heuer HSMA© privat

Wie schalten Sie ab?

Ich laufe.

Welches Buch lesen Sie gerade?

"Die Einladung" von Sebastian Fitzek.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?

Die Minions.

Ihr Lieblingsessen?

Rohes Steak.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?

Marathonlaufen in Valencia als Kurztrip und Skifahren in Ischgl.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?

Eliud Kipchoge (kenianischer Langstreckenläufer, mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister; Anm. d. Red)] Mich fasziniert diese Kombination aus Disziplin, Bescheidenheit und dem unerschütterlichen Glauben daran, dass menschliche Grenzen verschiebbar sind. "Because no human is limited."

Wie und wo wollen Sie alt werden?

Wo und wie alt ist mir egal. Aber ich möchte, solange es geht, mit den Menschen, die mir am wichtigsten sind, zusammen sein.

Zur Person: Anna Heuer wuchs auf der Nordseeinsel Norderney auf und sammelte früh Eindrücke von der Tourismusbranche. Nach ihrer Ausbildung im damaligen Hotel Nikko Düsseldorf begann sie ihre Laufbahn im Vertrieb. Später wechselte sie zur Hotelgruppe Upstalsboom, wo sie acht Jahre lang die Bereiche Sales und Revenue Management verantwortete. Parallel absolvierte sie ein berufsbegleitendes Studium zur Wirtschaftsjuristin. Seit 2020 ist sie Geschäftsführerin der Hospitality Sales & Marketing Association Deutschland.