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26. Juni 2026 | 07:00 Uhr
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Carsten K. Rath – Hotelier vom Scheitel bis zur Sohle

Er ist eines der bekanntesten Gesichter in der Hotellerie Deutschlands und er weiß, wovon er spricht. Vom Azubi über F&B-Manager, GM, Konzernchef, Firmengründer, Berater und Hoteltester hat er so ziemlich alles in seiner Vita stehen. Nur Tennisprofi fehlt. Mehr dazu erzählt er im Gästebuch von Hotel vor9.

Carsten K. Rath2 Foto uj Carsten K. Rath

Es gibt fast nichts, was Carsten K. Rath in der Hotellerie noch nicht gemacht hat

Was war Ihr Kindheitstraum?
Als Kind wollte ich Tennisprofi werden. Tennis hat in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt und tut es bis heute.

Wie sind Sie in die Hotellerie gekommen?
Tatsächlich über den Tennisplatz. Ich habe dort jemanden kennengelernt, der damals eine Tennis-Bar verantwortete. Mich hat sofort fasziniert, wie in einer Bar Begegnung, Gespräch und Atmosphäre entstehen.

Wie sieht für Sie das Hotel der Zukunft aus?
Die Hotellerie wird demokratischer und vielfältiger. Getreu dem kölschen Gedanken: Jeder Jeck ist anders. Es wird sehr unterschiedliche Konzepte geben, und genau das ist gut. Schwierig wird es für alles, was mittelmäßig ist. Mittelmaß verliert an Relevanz.

Was lieben Sie an Ihrem Beruf?
Die Möglichkeit, den unterschiedlichsten Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Ein Hotel ist ein wunderbarer Ort der Begegnung.

Was nervt Sie in der Hotellerie?
Opportunismus und Überheblichkeit mancher Hoteliers. Mich nervt, wenn Kollegen öffentlich gegen Plattformen wie Booking schimpfen, diese selbst nutzen hinter vorgehaltener Hand sogar die Booking-Leute fragen, wie sie ihr eigenes Hotel dort besser positionieren können. Achten Sie mal auf die größten Schreihälse und checken dann den Hintergrund. Und mich stört Arroganz. Gerade in einigen internationalen Luxushotels erlebt man gelegentlich Direktoren, die vergessen haben, dass Gastfreundschaft immer mit Demut beginnt.

Was war Ihr prägendstes Hotelerlebnis?
Ich dachte als junger F&B-Manager in China ich hätte ein besonders gutes Auge für das Detail. Dann nahm mich mein damaliger Chef, Rob Barsby, mit auf einen Hotelrundgang. Ich übersah so viele Details. Sein Rat: If you look boy, SEE! Solche Momente vergisst man nicht.

Was nehmen Sie sich für das nächste Jahr vor?
Ich möchte versuchen, auf die Senior-Tour im Tennis zu kommen.

Wie schalten Sie ab?
Am besten beim Schlafen.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Ein Buch, das mir geschenkt wurde. "Warum hat das Unglück mehr Phantasie als das Glück" von Sven Michaelsen.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
"Bohemian Rhapsody", den Film über Freddie Mercury und Queen.

Was essen Sie am liebsten?
Das ist je nach Tageszeit unterschiedlich. Zum Frühstück gerne Bircher-Müsli mit Beeren. Mittags einen Caesar Salad. Abends gerne Fisch mit frischem Gemüse.

Wen würden Sie gerne einmal treffen?
Da habe ich keine große Sehnsucht. Ich treffe jeden Tag interessante Menschen. Das ist ein großes Privileg.

Wo möchten Sie alt werden?
Unterwegs. Reisend. In Bewegung.

Carsten K. Rath hat eine Ausbildung zum Hotelfachmann absolviert, war Geschäftsführer bei Robinson, CEO bei Arabella Starwood, hat die Kameha Group gegründet, das legendäre Adlon in Berlin eröffnet und das Ranking "Die 101 besten Hotels Deutchlands" ins Leben gerufen. Er ist als Hoteltester weltweit unterwegs und Chef des Beratungsunternehmens Passion for Excellence.