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16. Oktober 2020 | 07:00 Uhr
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Corona bremst Incoming-Tourismus noch bis 2024

Die Erholung auf das Vorkrisenniveau dauert länger als bisher angenommen. Die Pandemie wirke sich auf die 19 wichtigsten Quellmärkte des Reiselandes Deutschland negativer aus als zuvor prognostiziert. Zu dem Ergebnis kommt das Update einer Studie von Tourism Economics im Auftrag der Deutschen Zentrale für Tourismus.

Brandenburger Tor Foto iStock franz12

Laut DZT kommen auch 2020 die meisten Gäste aus den Niederlanden, gefolgt von den Schweizern

Anfang Juni prognostizierten die Analysten für das Gesamtjahr 2020 noch einen Rückgang der internationalen Übernachtungen in Deutschland um 46 Millionen im Vorjahresvergleich und ein Minus der touristischen Konsumausgaben von 17,8 Milliarden Euro. Auf Grundlage neuer Daten mit Stand Anfang Oktober erwartet Tourism Economics jetzt einen Rückgang der Übernachtungszahlen um 51 auf 38 Millionen und einen Verlust bei den touristischen Konsumausgaben von 18,7 Milliarden Euro.

Für Ende 2023 wird nach aktuellen Berechnungen lediglich eine Erholung auf 85 Prozent des Vorkrisenniveaus 2019 vorhergesagt. Die Juni-Prognose sah zu diesem Zeitpunkt noch eine vollständige Erholung im Laufe der nächsten drei Jahre vor. "Gerade die aktuelle Situation in wichtigen europäischen Quellmärkten für den deutschen Incoming-Tourismus aber auch die Entwicklung in deutschen Städten macht deutlich, dass die Erholungsphase voraussichtlich Jahre dauern wird", erläutert Petra Hedorfer, Vorsitzende des DZT-Vorstandes.

Niederlande wichtigster Quellmarkt Deutschlands
Die detaillierte Prognose der Herkunftsregionen potenzieller Deutschlandreisender verstärkt die Grundaussage vom Juni, dass sich europäische Quellmärkte eher erholen als die Überseemärkte. Die Reihenfolge der größten Quellmärkte für das deutsche Incoming bleibt auch in der Corona-Krise bestehen: Wichtigster Quellmarkt für das Incoming werden 2020 weiterhin die Niederlande sein, gefolgt von der Schweiz, den USA, Großbritannien und Österreich.

Recovery erst 2024
Allerdings sind die längerfristigen Prognosen für die Nachfrage aus dem Ausland wesentlich zurückhaltender als im Juni dieses Jahres. Laut den jüngsten Analysen bleibt Europa 2023 mit minus 9 Prozent bei den internationalen Übernachtungen hinter den Erwartungen, und die Nachfrage aus Übersee verharrt mit einem Minus von 25 Prozent deutlich im negativen Bereich. Demnach bliebe die Gesamtbilanz 2023 mit Minus 14 Prozent ebenfalls negativ, ein Erreichen des Vorkrisenniveaus erscheint erst 2024 wieder realistisch.

Geschäftsreisemarkt erholt sich langsamer als Tourismus
Die aktualisierten Analysen von Tourism Economics bestätigen die Annahme, dass sich das Geschäftsreisesegment langsamer erholt als das der Freizeitreisen. Für das Jahr 2023 sind die Prognosen im Segment Business Travel aktuell mit einem Minus von 26 Prozent bei den Ankünften deutlich schlechter als die Recovery für Freizeitreisen mit plus fünf Prozent.

Deutschland nach Spanien Europas Top-Destination
Nach den aktuellen Analysen nimmt Deutschland in den Krisenjahren im Wettbewerb der europäischen Destinationen eine hervorragende Platzierung ein. Für 2023 prognostiziert Tourism Economics Platz zwei für Deutschland nach Spanien und vor Italien, Frankreich und Großbritannien.

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