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11. März 2021 | 07:00 Uhr
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Mailen

Deutscher Hotelmarkt kommt im EU-Vergleich glimpflich davon

Die Übernachtungszahlen gingen 2020 bundesweit um 40 Prozent zurück. Damit liegt Deutschland im Europavergleich der Hotelmärkte von Immobilienmakler Engel & Völkers auf Platz neun. Auch Österreich und die Schweiz kömmen relativ gut davon. Die Verlierer waren Montenegro (-79%), Griechenland (-73%), Malta (-71%) und Spanien (-70%).

Cochem an der Mosel in Rheinland-Pfalz

Der Sommer 2020 hat die Betten in Deutschlands Ferienregionen gut gefüllt, hier die Weinregion Cochem an der Mosel.

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Am besten durch das Coronajahr 2020 kamen Liechtenstein mit einem Rückgang der Übernachtungszahlen um 32 Prozent, gefolgt von Norwegen und den Niederlanden mit einem Minus von 33 Prozent. Besonders stark betroffen sind demnach südeuropäische Destinationen, wie etwa Spanien und Griechenland. "Insgesamt zeigt sich ein deutliches Nord-Südgefälle bei den Übernachtungszahlen und der Resilienz der Hotelimmobilienmärkte in Europa", sagt Andreas Ewald. Darin spiegele sich auch der jeweilige nationale Verlauf der Corona-Pandemie wider.

Ferienhotels retten die Jahresbilanz

Hauptstütze im schwierigen Pandemiejahr 2020 war für Deutschland die Ferienhotellerie. So lagen in den Top-Ferienregionen Ostsee, Allgäu, Nordsee, Vorpommern und Bayerischer Wald die Übernachtungen im Sommer sogar über dem Vorjahr. "Das niedrige Infektionsgeschehen hat Reisen in den Sommermonaten zugelassen, viele Gäste haben sich für einen Urlaub in Deutschland entschieden und so in den Feriendestinationen für Vollauslastung gesorgt", sagt Andreas Ewald, Managing Partner bei Engel & Völkers Hotel Consulting. "Diese Entwicklung zeigt uns, wie schnell sich Übernachtungszahlen auch wieder erholen können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen."

Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der Nächtigungen in Deutschland absolut auf rund 300 Millionen, was einem Minus von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Detail zeigt sich im Hotelmarktreport von Engel & Völkers ein deutliches Auseinanderdriften von Stadthotels (-57%) und Ferienhotels mit einem Minus von 16 Prozent - jeweils bezogen auf das gesamte Jahr und auf die Top-7-Standorte. Damit hat sich die deutsche Ferienhotellerie als der entscheidende Stabilitätsanker erwiesen.

Transaktionsvolumen sinkt um rund 60 Prozent

Im Jahr 2020 lag das gesamte Hotel-Transaktionsvolumen in Deutschland mit rund zwei Milliraden Euro etwa 60 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Nimmt man das erste Quartal heraus, wechselten seit dem ersten Lockdown Hotelimmobilien im Wert von nur rund 700 Millionen Euro den Eigentümer. Diese Transaktionen waren zudem geprägt von Sale-and-Lease-Back-Strukturen und größeren Mixed-Use-Portfolios, bei denen die Asset-Klasse Hotel einen untergeordneten Bestandteil darstellte.

"Im Jahr 2021 ist weiterhin mit einem zurückhaltenden Investmentmarkt zu rechnen. Es bestehen noch große Differenzen bei den Preisvorstellungen von opportunistischen Käufern und Hoteleigentümern. Zudem sind Banken derzeit oft zurückhaltend bei der Finanzierung", erläutert Ewald. Betreiber und Konzepte stünden vor einem Strukturwandel, Eigentümer müssten sich mittelfristig auf eine neue Risikoverteilung einstellen.

Der Hotelmarktreport 2021 enthält eine Analyse der Erholungsfähigkeit der unterschiedlichen Hotelmärkte. Dabei bleibe zu erwarten, dass Destinationen mit starker Abhängigkeit von internationalen Reiseströmen, Messen und Großveranstaltungen eine schwierigere Erholungsphase vor sich haben, so eine Einschätzung des Reports. Der "Engel & Völkers Hotelmarktreport Deutschland 2021“ kann unter folgendem Link heruntergeladen werden.

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