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11. Februar 2026 | 13:19 Uhr
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Marriott weiter auf Kurs, obwohl der Heimatmarkt schwächelt

Marriott hat das Geschäftsjahr 2025 mit moderatem Wachstum abgeschlossen. Weltweit legte der RevPAR leicht zu, getrieben von starken internationalen Märkten. In den USA und Kanada blieb die Dynamik dagegen schwach. Für 2026 rechnet der Konzern mit weiterem Wachstum, vor allem außerhalb Nordamerikas.

Marriott Berlin neue Dining Lounge

Die Hotels in Europa waren ein Wachstumsmotor für Marriott im abgelaufenen Geschäftsjahr

Der durchschnittliche Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) lag konzernweit bei umgerechnet rund 107 Euro, ein Anstieg von rund zwei Prozent. Die internationale Entwicklung war dabei jedoch deutlich stärker als im Heimatmarkt. Außerhalb der USA und Kanadas stieg der RevPAR um gut fünf Prozent. Treiber waren vor allem Europa, der Nahe Osten und Teile Asiens. 

Anders stellt sich die Lage in den USA und Kanada dar. Dort lag das RevPAR-Wachstum im Gesamtjahr bei unter einem Prozent. Gründe sind vor allem strukturelle Veränderungen im Geschäftsreiseverkehr. Viele Unternehmen haben Reisebudgets angepasst oder setzen stärker auf virtuelle Meetings. Auch die internationalen Ankünfte in die USA entwickelten sich unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen globalen Zielregionen.

Hinzu kommt eine Konsumzurückhaltung im mittleren Preissegment. Preisbewusste Reisende reagieren sensibel auf Inflation und Finanzierungskosten. Das belastet vor allem Select Service und Midscale Hotels. Im Luxussegment hingegen blieb die Nachfrage robust, da einkommensstärkere Gäste weniger stark auf Preissteigerungen reagieren.

Die Aussichten für Nordamerika bleiben zurückhaltend

Strategisch setzt Marriott weiterhin auf sein Asset-Light-Modell. Das Netto Zimmerwachstum lag 2025 bei über vier Prozent. Die Entwicklungspipeline erreichte einen neuen Höchststand, mehr als die Hälfte der Projekte entsteht außerhalb Nordamerikas. Konversionen bestehender Hotels spielen aktuell eine zentrale Rolle, auch in Europa. 

Für 2026 erwartet Marriott ein weltweites RevPAR-Wachstum zwischen 1,5 und 2,5 Prozent. Das Netto Zimmerwachstum soll zwischen 4,5 und 5 Prozent liegen. Der Konzern geht von einer stabilen makroökonomischen Entwicklung aus, weist jedoch auf anhaltende regionale Unterschiede hin. Für Europa und Deutschland bleibe das Umfeld grundsätzlich positiv, nicht ganz so optimistisch sind hingegen die Aussichten für Nordamerika.

Die Börse ist dennoch zufrieden: Nach Bekanntgabe der Jahreszahlen stieg die Aktie des Hotelkonzerns zeitweise auf ein Allzeithoch von 363,54 US-Dollar. Über die letzten 365 Tage hat die Aktie von Marriott International damit eine positive Entwicklung von rund 18 Prozent hingelegt.

Pascal Brückmann

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