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13. Juli 2026 | 17:47 Uhr
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Revo-Übernahmen nehmen trotz Verzögerung Gestalt an

Gut fünf Monate nach dem Insolvenzantrag der Hotelgruppe Revo Hospitality nehmen die Verkäufe Gestalt an. Allerdings hängt das Unternehmen hinter dem eigenen Zeitplan: Ursprünglich sollten die Investmentvereinbarungen bis Mitte Juni unterschrieben und offiziell verkündet sein. Stattdessen dringen die Namen der Käufer nur häppchenweise über einzelne Medienberichte nach außen.

Intercity Braunschweig Foto Revo Hospitality

Eines von zahlreichen Revo-Hotels, welches einen neuen Betreiber erhält: das Intercity in Braunschweig

Den umfangreichsten Zuschlag erhält laut Handelsblatt (Abo) der indische Konzern Prism, der 20 bis 30 Hotels übernehmen und unter seinen Marken "Sunday" und "Belvilla" weiterführen will. Prism betreibt weltweit 22.000 Hotels und hat den japanischen Softbank-Konzern als Großaktionär. In Deutschland ist das Unternehmen bislang nur im Ferienwohnungsmarkt aktiv, insbesondere durch die Übernahme von Dancenter. 

In ähnlicher Größenordnung von 20 bis 30 Häusern soll auch der israelische Betreiber Leonardo Hotels zum Zuge kommen. Die Verträge seien überwiegend bereits unterschrieben, berichten die Interimsgeschäftsführer Gordon Geiser und Benedikt de Bruyn von GT Restructuring gegenüber dem Handelsblatt.

Ebenfalls neu auf dem deutschen Markt ist die israelische Firma Israel Canada Hotels (ICH), die fünf bis sechs große Häuser übernimmt, darunter das H2 und H4 Hotel München Messe, das H4 Hotel Hamburg Bergedorf, das Centro Park Hotel Berlin und das H4 Hotel Leipzig. Die Häuser sollen künftig unter der Marke "Brown Hotels" geführt werden.

B&B und Motel One übernehmen ebenfalls Häuser aus dem Revo-Portfolio

Mit der französischen Kette B&B Hotels stehe man ebenfalls kurz vor der Unterschrift für eine Übernahme im "hohen einstelligen Bereich", erklären die Sanierer. Auch Motel One will Häuser übernehmen, insgesamt wohl mindestens zehn Objekte. Ein entsprechendes Fusionskontrollverfahren beim Bundeskartellamt wurde am 7. Juli genehmigt. Ein weiterer Käufer dürfe noch nicht genannt werden, da dessen Investoren möglicherweise ad-hoc-pflichtig seien, heißt es in dem Handelsblatt-Artikel.

Im Zuge der Insolvenz waren bereits Pachtverträge für 45 Revo-Hotels gekündigt worden, um einen Betreiberwechsel außerhalb des Bieterverfahrens zu ermöglichen. So übernahm die dänische Firma Proark den Betrieb ihrer eigenen vier Häuser in Stralsund, Rostock und Eisenach, die Berliner Hotelgruppe Dormero ein Haus in Passau und der US-Konzern Wyndham zwei Häuser in der Schweiz.

Revo kann den eigenen Zeitplan nicht einhalten, Eigentümer haben Gesprächsbedarf

Ungeachtet dessen ist erkennbar, dass die Sanierer ihren eigenen Zeitplan nicht einhalten können. Anfang Juni hatten sie angekündigt, bis Mitte Juni die Investmentvereinbarungen unter Dach und Fach zu bringen. Einen Monat später sind aber eine ganze Reihe von Verträgen noch immer nicht unterschrieben. Ein Grund für die Verzögerung ist, dass nicht jeder Eigentümer die bestehenden Verträge mit den durch GT Restructuring ausgewählten neuen Betreibergesellschaften fortführen möchte. Entsprechende Hinweise liegen Hotel vor9 dazu vor. 

Insolvenzrechtlich wären die Eigentümer grundsätzlich verpflichtet, einem Betreiberwechsel im Rahmen der Eigenverwaltung zuzustimmen, sofern die vertraglichen Konditionen gewahrt bleiben. Diverse Immobilieneigentümer wehren sich jedoch auf juristischem Weg gegen die vorgesehenen Übernahmen oder haben zumindest noch Klärungsbedarf. 

Pascal Brückmann