Wirbel um Betriebsratswahl im Explorer Hotel Neustift
Bei der ersten Betriebsratswahl im Explorer Hotel im Tiroler Neustift ist es zu schweren Konflikten gekommen. Die Gewerkschaft Vida und der ÖGB Tirol werfen der Hotelleitung Einschüchterungsversuche, die Kündigung eines Kandidaten und die Behinderung der Wahl durch einen Polizeieinsatz vor. Das Hotelmanagement weist die Anschuldigungen zurück.
Explorer Hotels
Die Explorer Hotels haben ein starkes Corporate Design wie etwa das Haus in Berchtesgaden
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Die Arbeitnehmervertreter sprechen von Versuchen der Hotelleitung, die Gründung einer Interessenvertretung für die 16 Beschäftigten zu verhindern. Ein Mitarbeiter, der für den Betriebsrat kandidieren wollte, sei im Vorfeld ohne Angabe von Gründen entlassen worden. Dagegen habe die Gewerkschaft bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Zum Zeitpunkt der Abstimmung rief das Hotel-Management zudem die Polizei, um den Wahlvorstand aus dem Gebäude zu verweisen. Die Wahl musste daraufhin vorzeitig beendet werden, ist laut Gewerkschaftsangaben bei hoher Wahlbeteiligung aber dennoch rechtmäßig erfolgt.
ÖGB-Landesvorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied bezeichnete die Vorfälle als Angriff auf die demokratischen Grundrechte von Arbeitnehmern und forderte Konsequenzen von der Wirtschaftskammer. Der ÖGB drängt angesichts des Falls erneut auf gerichtliche Strafen bei der Behinderung von Betriebsratswahlen. Herbert Frank, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Vida Tirol, betonte, dass die Reaktion des Hotels zeige, wie notwendig Schutz und Rückhalt für die Beschäftigten seien.
Hotelleitung spricht von Hausverbot
Wie das Portal Mein Bezirk berichtet, stellt die Geschäftsführung der Explorer Hotels den Vorfall anders dar und betont, die Wahl und die gesetzlichen Belegschaftsrechte vollumfänglich zu unterstützen. Bei der Person, die das Hotel mithilfe der Polizei verlassen musste, handele es sich um einen Manager. Dieser sei als leitender Angestellter nicht Teil der Belegschaft und besitze weder ein aktives noch ein passives Wahlrecht.
Der betroffene Manager habe ein bereits vor längerer Zeit verhängtes Hausverbot missachtet und das Hotel trotz mehrmaliger Aufforderung nicht verlassen. Die Trennung von dem Mitarbeiter sei aus anderen Gründen erfolgt, zu denen sich das Unternehmen aus Datenschutzgründen nicht näher äußern könne. Laut Hotelleitung lief die Wahl selbst reibungslos ab. Explorer betreibt derzeit elf Häuser in Deutschland und Österreich.
Auf eine Anfrage von Hotel vor9 hat sich Explorer bis zum Redaktionsschluss nicht geäußert.