Tägliche News für die Hotellerie

23. Juni 2026 | 12:51 Uhr
Teilen
Mailen

Mandala Hotel setzt auf schlankes Management und das Team

Das Mandala Hotel in Berlin zeigt, wie ein unabhängiges Haus wirtschaftlich bestehen kann. Die Eigentümer setzen seit Jahren auf schlanke Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und ein stabiles Team. Das Zwei‑Sterne‑Restaurant Facil stärkt die Positionierung und trägt messbar zur Wirtschaftlichkeit des Betriebs bei.

The Mandala Berlin Foto The Mandala

Das Mandala Hotel ist von Anfang an ein unabhängiges Haus

Das Mandala Hotel am Potsdamer Platz wird seit einem Management‑Buy‑out vor 25 Jahren von Lutz Hesse und Christian Andresen geführt. Beide übernehmen bis heute die Rolle der Geschäftsführer und Gesellschafter. Entscheidungen fallen vor Ort, langfristig und ohne Vorgaben einer Zentrale. Diese Struktur prägt den Betrieb seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Eine schlanke Organisation von Anfang an

Das Haus verzichtet bewusst auf klassische Konzernfunktionen. Es gibt keinen Hoteldirektor und keine zentrale Personalabteilung. Bereichsleitungen rekrutieren ihre Teams selbst und verantworten ihre Budgets. Das Housekeeping ist nicht ausgelagert, rund 95 Festangestellte gehören zum Hotel. Flächen werden mehrfach genutzt, Prozesse regelmäßig überprüft und verschlankt.

Substanz erhalten geht vor Neuanschaffung

Investitionen erfolgen gezielt und mit Blick auf Langlebigkeit. Möbel und Ausstattung werden gepflegt statt ersetzt. Im Zwei-Sterne-Restaurant Facil wird mit ganzen Produkten gearbeitet, was Abfall reduziert und Kosten senkt. Fisch wird vollständig verwertet, Fonds und Beilagen entstehen aus Nebenprodukten. "Weil konsequent mit ganzen Produkten gearbeitet wird, fällt erstaunlich wenig Abfall an", sagt Lutz Hesse.

Das Team bringt den Erfolg

Auffällig ist die geringe Fluktuation. Viele Mitarbeitende sind seit Jahren im Haus, einige seit der Eröffnung. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei neun Jahren. Küchendirektor Michael Kempf kam 2003, Küchenchef Joachim Gerner 2006. Flache Hierarchien und planbare Arbeitszeiten erleichtern das Recruiting. Kempf sagt: "Wir sind zwar ein Hotelrestaurant, aber es ist unternehmergeführt."

Das Sterne‑Restaurant ist der Leuchtturm

Das Facil dient als Positionierungsinstrument und wirtschaftlicher Faktor. Rund 80 Prozent der Gäste kommen von außen. Ein Baukastenprinzip im Mittagsgeschäft senkt die Einstiegshürde und führt viele Gäste später zum Abendmenü. Der zweite Michelin‑Stern, den das Restaurant seit 2013 hält, stärkt die Sichtbarkeit und hilft bei der Gewinnung von Talenten.

Anzeige