Warum ein Allgäuer Hotel weiter auf Kneipp setzt
Während viele klassische Kneipp-Angebote verschwunden sind, hält das Hotel Prinz-Luitpold-Bad in Bad Hindelang an der Wassertherapie fest. Geschäftsführer Armin Gross sieht darin keine Kurtradition von gestern, sondern eine einfache Gesundheitsroutine, die zu aktuellen Trends wie Eisbaden und dem Wunsch nach natürlicher Erholung passt.
Hotel Prinz-Luitpold-Bad
Das Hotel Prinz-Luitpold-Bad hält an klassischen Kneipp-Konzepten fest
Das Haus in Bad Hindelang gehört zu den wenigen Hotels, die die Kneipp-Lehre über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich gepflegt haben. Für Geschäftsführer Armin Gross liegt darin kein nostalgischer Rückblick, sondern ein Konzept mit aktueller Relevanz.
Kälte als Gesundheitsreiz
Während Eisbaden vielerorts als Trend Aufmerksamkeit erhält, sieht Gross die Stärke von Kneipp in der Alltagstauglichkeit. Statt extremer Kältereize stünden regelmäßige Anwendungen, Bewegung sowie das Zusammenspiel von Wärme und Kälte im Mittelpunkt. "Eisbaden ist die spektakuläre Variante. Kneipp ist die alltagstaugliche", sagt Gross.
Hinweise aus Wissenschaft und Praxis deuteten darauf hin, dass Wasseranwendungen und Bewegung im Wasser Wohlbefinden, Kreislauf und körperliche Funktionen unterstützen können. Medizinische Behandlungen könnten sie jedoch nicht ersetzen.
Alte Methode in neuem Kontext
Auch veränderte Klimabedingungen spielen nach Einschätzung des Hoteliers eine Rolle. In heißen Sommern gewinne kaltes Wasser als Element der Erholung an Bedeutung. Für Gross passt Kneipp deshalb in moderne Wellnesskonzepte. "Manchmal wird ein Angebot gerade dann zeitgemäß, wenn man es vom Staub befreit", sagt er.