Beraterin Michaela Papenhoffs Lust an der Neugier
Michaela Papenhoff ist grundsätzlich neugierig. Sie will fast alles wissen und ist offen für vieles. Reisen, Menschen und Kulturen kennenlernen, Yoga, Natur, Spiritualität, Tanzen, Lesen, Singen... Was noch fehlt, erzählt die Gründerin und Chefin des Hotelberatungsunternehmens H2C im Hotel vor9 Gästebuch.
Michaela Papenhoff
Michaela Papenhoff scheut auch keine langen Wege
Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Ich wollte immer Lehrerin werden. Es hat mir schon früh Freude bereitet, Wissen zu vermitteln, neue Themen zu entdecken und mit Menschen in den Austausch zu gehen. "Learning by doing" begleitet mich bis heute.
Wie sind Sie in die Hotellerie gekommen?
Über meine Mutter. Sie hatte damals die Idee, dass eine Ausbildung zur Hotelfachfrau gut zu mir passen könnte – und sie hatte recht. Mich fasziniert bis heute, wie Unternehmen funktionieren, und ich liebe die Vielfalt unterschiedlicher Kulturen und Menschen.
Welche Entscheidung in Ihrem Berufsleben hat Ihre Karriere besonders geprägt?
Ganz klar: der Schritt in die Selbstständigkeit. Nach über neun Jahren in einer internationalen Hotelkooperation habe ich mich entschieden, meinen eigenen Weg zu gehen. Das war ein großer Schritt – aber mein damaliger Arbeitgeber hat mich großartig unterstützt und mir den Start erleichtert, indem ich im ersten Jahr Trainings für Mitgliedsbetriebe durchführen konnte. Dafür bin ich bis heute dankbar. Schnell kamen weitere Hotelgesellschaften hinzu und ehe ich mich versah, habe ich meinen ersten Mitarbeitenden eingestellt. Heute sind daraus 25 Jahre Unternehmertum geworden.
Wie sieht für Sie das Hotel der Zukunft aus?
Ein Ort, an dem wir wieder mehr Zeit für echte Gastfreundschaft haben: für Gespräche, Begegnungen und Menschlichkeit. Technologie und Digitalisierung sind nicht mehr wegzudenken – und das ist auch gut so. Aber sie sollten Menschen entlasten, nicht ersetzen. Das Hotel der Zukunft verbindet smarte Prozesse mit echter Herzlichkeit.
Was lieben Sie an Ihrem Job?
Das internationale Arbeiten, die kreative Komponente und den Team-Spirit. Und natürlich das Vermitteln von Wissen – ich erwähnte es bereits. Gleichzeitig mag ich die stetige Herausforderung, sich weiterzuentwickeln und offen für Neues zu bleiben. Wer 25 Jahre am Markt ist, braucht Flexibilität und manchmal auch die Fähigkeit, alte Muster loszulassen, damit Neues entstehen kann.
Was nervt Sie am meisten?
Bürokratie. Sie ist in den letzten Jahren deutlich mehr geworden. Ich glaube, wir dürfen daran arbeiten, wieder einfacher, pragmatischer und innovationsfreundlicher zu werden.
Was kann die Hotellerie in Deutschland von Kollegen im Ausland lernen?
Mehr Mut zu Innovationen und weniger Bürokratie. Natürlich gibt es auch in anderen Ländern Herausforderungen – aber es gibt ebenso inspirierende Vorbilder, die zeigen, wie schnell und lösungsorientiert Dinge umgesetzt werden können.
Was war Ihr prägendstes Erlebnis in einem Hotel?
Oh, da gab es viele, von "Ach du meine Güte" bis "Wow, ich bin vollkommen begeistert". Heute beeindrucken mich weniger Äußerlichkeiten als vielmehr Authentizität, gelebte Unternehmenskultur, Team-Spirit und Menschen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft machen.
Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Ich würde reisen, neue Menschen und Länder kennenlernen und wahrscheinlich noch mehr bei mir selbst ankommen. Yoga begleitet mich schon seit vielen Jahren und Spiritualität spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.
Wie schalten Sie ab?
Beim Spaziergang mit meinem Hund im Wald, bei Meditation, im Fitnessstudio, beim Tanzen, Singen oder Lesen.
Welches Buch lesen Sie gerade?
50 Sätze, die das Leben leichter machen.
Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
Der Teufel trägt Prada – für mich ein toller Unterhaltungswert!
Ihr Lieblingsessen?
Am liebsten unkompliziert. Ich koche gerne selbst und liebe es, Kräuter zu sammeln und damit Neues auszuprobieren.
Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Wenn ich das schon wüsste. Ich war gerade in Kalabrien und habe die Zeit dort sehr genossen. Wahrscheinlich geht es nach Teneriffa, mein Vater lebt dort.
Wen würden Sie gerne einmal treffen – und warum?
So spontan fällt mir Oliver Brünner* ein. Ich finde es inspirierend, wie mutig und konsequent er seinen Herzensweg geht.
*Autor, Coach und Experte für Neurolinguistisches Programmieren
Wie und wo wollen Sie alt werden?
Am liebsten in wärmeren Gefilden. Und wie alt, das darf das Leben entscheiden. Ich bin da ganz offen.
Michaela Papenhoff absolvierte eine Ausbildung als Hotelfachfrau und startete ihre Karriere bei einer großen europäischen Hotelkooperation. Nach einem Jahrzehnt in leitender Funktion machte sie sich 2001 selbstständig und gründete das Hotelberatungsunternehmen H2C. Heute entwickelt die Inhaberin eines Executive MBA weltweit moderne Digital-, Technologie- und Vertriebsstrategien für die Hotellerie.