Die wirtschaftliche Lage vieler Hotels und Gastronomiebetriebe bleibt angespannt. Laut der Ifo‑Konjunkturumfrage vom April stuft fast jeder fünfte Betrieb im Gastgewerbe die eigene Existenz als gefährdet ein. Damit liegt die Branche deutlich über dem Durchschnitt aller Dienstleister.
Schwache Nachfrage, hohe Kosten und Liquiditätsprobleme
Die Gründe für die Existenzsorgen sind branchenübergreifend: Fehlende Aufträge und eine schwache Nachfrage belasten viele Unternehmen. Hinzu kommen steigende Betriebs- und Energiekosten sowie eine Bürokratie, die Prozesse verlangsamt und Ressourcen bindet.
Zudem berichten zahlreiche Betriebe von Liquiditätsengpässen. Kunden sparen, verschieben Projekte oder werden selbst insolvent. "Die Krise überträgt sich entlang der Lieferketten", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo‑Umfragen. Wenn Aufträge ausbleiben oder storniert werden, treffe das Zulieferer und Dienstleister mit voller Wucht.
Einzelhandel, Industrie und Bau ebenfalls betroffen
Auch andere Branchen kämpfen mit schwierigen Rahmenbedingungen. Im Einzelhandel erreicht der Anteil existenziell bedrohter Unternehmen mit 17 Prozent einen neuen Höchststand. Insgesamt sehen sich fast 12 Prozent aller Handelsunternehmen gefährdet.
In der Industrie ist der Anteil leicht auf 7,5 Prozent gesunken, doch hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie internationale Wettbewerbsnachteile bleiben ein Problem. Im Bauhauptgewerbe steigt der Wert auf 7,3 Prozent. Der anhaltende Einbruch im Wohnungsbau, lange Genehmigungsverfahren und eine zurückhaltende Kreditvergabe verschärfen die Lage.
