Bergregionen profitieren vom Hitzesommer in der Schweiz
In der Schweiz wirken die heißen Sommerwochen des Jahres 2026 nach und die Hoteliers ziehen eine erste Bilanz. Während sich die kühleren Bergregionen über viele spontane Buchungen freuen durften, kämpfen die Stadthotels mit Stornierungen. Und dem Problem, dass fehlende Klimaanlagen zu zahlreichen Kundenbeschwerden führten.
Chedi Andermatt
Die Hoteliers in Andermatt konnten sich in diesem Sommer über viele Last-Minuten-Buchungen freuen
Die Hitzeperioden im Juli und August haben dafür gesorgt, dass viele Gäste, vor allem aus dem Inland, spontan in höhere Lagen Hotelbuchungen vorgenommen haben. Martin Müller, Direktor des Hotels Maistra 160 in Pontresina, schildert gegenüber Hotellerie Suisse: Je länger die Hitze angehalten habe, desto stärker wären die Menschen in die Berge ausgewichen.
Ähnliches berichtet Carole Hauser, Co-Direktorin des Hotel Belvedere in Grindelwald. Wie drastisch die Ausschläge sein können, verdeutlicht ein Beispiel aus Andermatt: Laut Michael Böhler, Präsident der Zürcher Hotellerie, stieg die Auslastung im Hotel Bergidyll dort innerhalb einer Woche von rund 30 auf 90 Prozent.
In den Städten zeigte sich das gegenteilige Bild. Jonas Gass, COO der Krafft Gruppe in Basel, berichtet laut Branchenangaben von kurzfristigen Stornierungen an besonders heißen Tagen. Ohne kühlende Maßnahmen würden Stadthotels langfristig kaum konkurrenzfähig bleiben, so Gass.
Ausländische Hotelkunden kritisieren die fehlenden Klimaanlagen
Das sehen auch die Gäste so, vor allen die ausländischen Urlauber. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, häufen sich Beschwerden von Besuchern aus Katar, Kuwait und Saudi-Arabien. Peter Zombori, Geschäftsführer der Firma Premium Switzerland, sagt der Zeitung, man habe noch nie derart viele Beschwerden erhalten. Eine Kundin habe erklärt: "Die Schweiz ist kein Luxusland mehr." Auch Gäste aus den USA meldeten laut der Hotelgruppe The Living Circle zu hohe Zimmertemperaturen.
Der Branchenverband Hotellerie Suisse bestätigt, dass die Erwartungen internationaler Gäste an die Raumtemperatur teilweise stark von den Standards in der Schweiz abweichen. Strenge Vorschriften für leistungsstarke Klimaanlagen mit Kältemitteln würden allerdings eine rasche Nachrüstung erschweren.