DZG im Dialog mit der Politik, doch Geschenke bleiben aus
Beim Gipfel der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) diskutierten im Bundestag rund 230 Vertreter aus der Branche mit der Politik über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für die Gastweltwirtschaft. Abgesehen von einem möglichen KI-Gutschein hatten die Parteivertreter zwar viel gute Worte, aber keine Geschenke im Gepäck.
Pascal Brückmann
Die Gastwelt lud nach Berlin zum Gipfel, um mit der Politik in den Austausch zu treten
Die DZG hatte zum Dialogevent nach Berlin geladen und recht viele waren gekommen. Die noch junge Lobbyorganisation unter der Leitung des Vorstandvorsitzenden Marcel Klinge gewinnt in der Hauptstadt zunehmend an Relevanz und erfährt mehr und mehr Beachtung. Auch wenn Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche am Ende doch ihre Teilnahme an dem Summit kurzfristig absagte.
Laut Teilnehmerliste waren rund 230 Personen für das Tagesevent und den Parlamentarischen Abend angemeldet. Die Hotellerie war prominent vertreten: mit dabei waren unter anderem Ingo Peters (Vier Jahreszeiten), Daniel Müller (Motel One), Moritz Klein (Adina Apartment Hotels), Andreas Neininger (Event Hotels, Vorsitzender der Hoteldirektorenvereinigung HDV). Hinzu kamen Branchenverbände, Catering-Konzerne wie Dussmann oder Aramark.
Enormer Kostendruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Zum Auftakt zeichnete der DZG-Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Bruder ein angespanntes Bild der derzeitigen Lage. Entlang der Wertschöpfungskette, vom Acker über Produzenten und Hersteller bis zum Großhandel, wirkten aktuell preistreibende Faktoren wie gestiegene Düngemittelpreise sowie Kosten in Produktion und Logistik.
Diese Belastungen kumulierten sich bei den Betrieben, die sie aber derzeit nicht an die Gäste weiterreichen könnten, schilderte Bruder. Bereits seit rund einem Jahr gäben die Gäste deutlich weniger aus, in der regionalen Gastronomie verzeichne man Rückgänge von 32 Prozent. Die Konsequenzen seien bereits sichtbar: zurückgestellte Investitionen, steigender Liquiditätsdruck, im schlimmsten Fall Betriebsaufgaben.
Homeira Amiri, DZG-Aufsichtsratsvorsitzende, verwies auf 483 Milliarden Euro Jahresumsatz der Gastwelt-Branche, über 250.000 Betriebe und die Rolle als einer der größten Arbeitgeber des Landes. "Wir sind keine Branche am Rand", sagte Amiri. Sie forderte stärkere politische Sichtbarkeit, ein klares Verständnis für die Abhängigkeit von Kaufkraft und Konsumverhalten sowie eine Politik, die Transformation nicht nur einfordere, sondern durch Rahmenbedingungen, Investitionsanreize und Finanzierungswege auch ermögliche.
Statt weiteren Steuergeschenken nur die Hoffnung auf einen KI-Gutschein
Armand Zorn, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, gestand ein, dass die Branche durch Energiepreise, Lohn- und Nebenkosten sowie Bürokratie derzeit stark belastet sei. Doch der SPD-Wirtschaftsexperte erinnerte auch daran, dass man gerade erst die Umsatzsteuer der Speisen in der Gastronomie auf sieben Prozent gesenkt habe. Die bekannte Milliardenlücke im Haushalt lasse der Politik nun keinen weiteren Spielraum für finanzielle Zugeständnisse an die Gastwirtschaft.
Einzig die Aussicht auf einen KI-Gutschein, eine aktuelle Idee der SPD, brachte er zur Sprache. Dieser soll einen Umfang von bis zu 100.000 Euro pro Unternehmen haben, davon 60 Prozent staatliche Förderung und 40 Prozent Eigenanteil. Die Förderung soll nach Vorstellung der SPD aber an klare Regeln geknüpft werden: Amerikanische Anbieter sollen nicht beauftragt werden dürfen, der Gutschein soll ausschließlich deutschen und europäischen Unternehmen zugutekommen.