Hyatt-Aufsichtsratschef tritt wegen Epstein-Kontakten zurück
Thomas J. Pritzker (Foto) tritt mit sofortiger Wirkung als Executive Chairman von Hyatt zurück und kandidiert im Mai nicht erneut für den Verwaltungsrat. Hintergrund sind publik gewordene Kontakte zu Jeffrey Epstein. Der Vorstandsvorsitzende Mark Hoplamazian übernimmt zusätzlich den Vorsitz des Boards.
TPO
Thomas J. Pritzker ist über die Epstein-Affäre gestolpert
Pritzker war seit August 2004 Mitglied des Boards und Executive Chairman. Führungsverantwortung bei Vorgängerunternehmen hatte er bereits ab 1980 übernommen. Während seiner Amtszeit habe er die strategische Ausrichtung des Konzerns geprägt und das internationale Markenportfolio sowie das asset-light-Modell ausgebaut, teilte Hyatt mit.
Hintergrund sind Epstein-Kontakte
In einer persönlichen Stellungnahme begründete Pritzker seinen Schritt auch mit der öffentlichen Debatte über seine früheren Kontakte zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und seiner Gefährtin Ghislaine Maxwell.
Er bedauere, den Kontakt aufrechterhalten habe, und es gebe "keine Entschuldigung", sich nicht früher distanziert zu haben, zitiert ihn der US-Sender CNN. Zugleich verurteile er die Taten Epsteins. Seine Aufgabe sei es nun, für einen geordneten Übergang zu sorgen.
CEO Hoplamazian übernimmt Doppelfunktion
Der Verwaltungsrat berief Mark S. Hoplamazian, bislang President und Chief Executive Officer, mit sofortiger Wirkung zusätzlich zum Chairman des Boards. Das Gremium habe eine "bedachte Nachfolgeplanung" betrieben und sehe Hoplamazian aufgrund seiner langjährigen CEO-Erfahrung und seiner Beziehungen zu Eigentümern und Mitarbeitern gut positioniert. Hoplamazian führt Hyatt seit fast zwei Jahrzehnten.
Mit dem Rückzug Pritzkers endet eine mehr als zwei Jahrzehnte währende Ära an der Spitze des Verwaltungsrats. Die operative Führung bleibt in den Händen von Hoplamazian, der nun beide Funktionen bündelt.
Christian Schmicke
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