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4. Februar 2026 | 19:05 Uhr
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Investoren prüfen Hotelimmobilien 2026 deutlich strenger

Der Hotelimmobilienmarkt bleibt 2026 liquide, doch Investoren agieren zurückhaltender. Laut dem Immobilienspezialist MRP verschieben stabile Zinsen, moderates Wachstum und steigende Anforderungen den Fokus auf Betreiberqualität, Cashflows und Finanzierungsstrukturen. Standardstrategien verlieren an Bedeutung, professionelle Konzepte gewinnen.

Immobilien Investment Hotelmarkt Foto iStock Suat Gürsözlü

Standardstrategien sind laut Experten im Hotelimmobilienmarkt auf dem Rückzug

Der europäische Hotelimmobilienmarkt bewegt sich 2026 in einem Umfeld, das stärker von Struktur als von Wachstumsimpulsen geprägt ist. Kapital ist vorhanden, doch Investoren treffen Entscheidungen selektiver und stärker datenbasiert. MRP spricht von einer Phase "struktureller Reife", die klare Konsequenzen für Betreiber, Eigentümer und Finanzierer hat.

Makroökonomie stabilisiert sich, aber langsam

Die EZB wird ihre Zinssenkungen nach Einschätzung von Raiffeisen‑Ökonom Matthias Reith vorerst nicht fortsetzen. Er sieht "den Abstieg vom Zinsgipfel in der Mittelstation enden". Wachstum bleibe gedämpft, doch Reith rechnet mit einer robusten Reiselust: Gäste sparen zwar, aber nicht am Urlaub.

Investoren setzen auf Governance und Cashflows

MRP‑Vice‑President Catherine Szolar erkennt eine "neue Normalität". Südeuropa profitiere vom Leisure‑Segment, während der DACH‑Raum stabil bleibe. Lage und Marke verlieren an Gewicht. Entscheidend seien heute Betreiberqualität, Vertragsstrukturen und belastbare Cashflows. Selektivität ersetzt Standardrezepte.

Effizienzdruck prägt das operative Geschäft

Die MRP‑Portfolioanalyse zeigt für 2025 leicht steigende Revpar‑ und Goppar (Betriebsgewinn pro verfügbarem Zimmer)‑Werte. Ratensteigerungen gelangen vor allem in Spitzenzeiten. Gleichzeitig belasten hohe Personal‑ und Warenkosten weiterhin die Ergebnisse. Asset‑Managerin Hannah Struck betont die Notwendigkeit konsequenter Effizienzstrategien.

Finanzierungen werden anspruchsvoller

BF Direkt‑Chef Francesco Fedele erwartet keine Entlastung durch sinkende Zinsen. Banken verlangen mehr Eigenkapital und Transparenz. Parallel gewinnen Private‑Credit‑Modelle an Bedeutung, etwa bei Turnarounds und komplexen Plattformstrategien. Laut Erik Florvaag von The Chocolate On The Pillow Group produziert ein gut gelegenes Hotel immer Cashflow. Insolvenzen seien daher eher Ausdruck einer Bereinigung als eines strukturellen Problems. Gleichzeitig warnt er vor überzogenen Vertragsstrukturen. Szolar sieht den Markt "zurück in einer neuen Realität". Kapital fließe dorthin, wo Projekte klar strukturiert, professionell geführt und langfristig tragfähig seien. Stabilität bleibt möglich, aber nicht ohne saubere Governance und klare Strategien.

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