Mindestlohnerhöhung führt zu weiteren Lohnsteigerungen
Die Erhöhung des Mindestlohns zum Januar auf 13,90 Euro pro Stunde betrifft laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) jedes zweite Unternehmen in Deutschland. Demnach müssen nicht nur Arbeitgeber, die selbst Angestellte zum Mindestlohn beschäftigen, Löhne anheben, sondern auch viele weitere Betriebe sehen sich laut DIHK "dazu gezwungen".
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Die Mindestlohnerhöhung betrifft auch indirekt viele Unternehmen in Deutschland
"Eine Mindestlohnerhöhung verändert die gesamte Lohnstruktur, und zwar nicht nur in den unteren Lohngruppen", sagt DIHK-Präsident Peter Adrian. "Etliche Arbeitgeber sehen sich veranlasst, auch Löhne, die über dem Mindestlohn liegen, anzupassen, um einen entsprechenden Abstand zum Mindestlohn beizubehalten."
Direkt betroffen von der Mindestlohnerhöhung ist laut Umfrage rund jedes vierte Unternehmen. In der Gastronomie beschäftigt sogar jeder zweite Betrieb Angestellte zum Mindestlohn.
Um die steigenden Personalkosten auszugleichen, planen rund 40 Prozent der Befragten ihre Preise zu erhöhen. 13 Prozent beabsichtigen Personal abzubauen – im Einzelhandel und im Gastgewerbe sind dies sogar über 20 Prozent. Mit einer Einschränkung von Produktion und Dienstleistung wollen nur sieben Prozent der Unternehmen reagieren.