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19. Juni 2026 | 18:57 Uhr
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Neue Konkurrenz im Geschäft mit Hotel-Rankings

Mit "Die 111 besten Hotels in Europa" startet der Jahreszeiten Verlag ein neues Ranking für Spitzenhotels und fordert damit indirekt die von Carsten Rath gegründeten "101 besten Hotels" heraus. Besonders bemerkenswert: Die Auszeichnung soll für Hotels weder bei der Auswahl noch bei der Siegelnutzung Kosten verursachen.

Hotel Symbolbild Schriftzug

Der Markt für Hotel-Rankings bekommt einen neuen Wettbewerber

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Der Markt für Hotel-Rankings bekommt einen neuen Wettbewerber. Mit "Die 111 besten Hotels in Europa" steigt der Jahreszeiten Verlag in ein Segment ein, das in den vergangenen Jahren vor allem von den "101 besten Hotels" geprägt wurde. Die erste Ausgabe erscheint als gemeinsame Publikation der Magazine Merian, Feinschmecker und Architektur & Wohnen. Das Booklet liegt den Magazinen bei, insgesamt wird eine Auflage von 130.000 Exemplaren gedruckt.

Unter den deutschen Vertretern der Auswahl finden sich sowohl etablierte Grandhotels als auch vergleichsweise junge Luxusadressen. Berücksichtigt wurden unter anderem das Vier Jahreszeiten in Hamburg, das Kempinski Dresden, der Breidenbacher Hof in Düsseldorf, das Wilmina in Berlin, The Florentin in Frankfurt, das La Maison Hotel & Spa in Saarlouis, der Koenigshof in München, das Severin's Resort & Spa auf Sylt, das Hotel Bareiss in Baiersbronn sowie das Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden.

Nach Auskunft des Verlags handelt es sich um ein rein redaktionelles Produkt. Hotels können sich weder einkaufen noch ihre Aufnahme beeinflussen. Besonders aufmerksam dürfte die Branche aber ein anderer Aspekt verfolgen: Auch die spätere Nutzung des Siegels durch die ausgezeichneten Hotels soll explizit kostenfrei möglich sein.

Jahreszeiten Verlag betont die kostenfreie Siegelnutzung 

Damit unterscheidet sich das neue Format von vielen anderen Hotel-Rankings und Auszeichnungssystemen. Denn die eigentliche Bedeutung solcher Rankings entsteht häufig erst durch die Nutzung der Siegel in Marketing, Vertrieb und Preispositionierung der Hotels. Üblicherweise verlangen die Urheber der Rankings aber ein nicht unerhebliches Entgelt, wenn ein Hotel das Siegel auch für seine eigenen Kommunikationskanäle verwenden will.

Dennoch reagiert der bisherige Platzhirsch auf die neue Konkurrenz betont entspannt. Carsten Rath, Gründer der "101 besten Hotels", sieht die Entwicklung sogar als Kompliment. "Man ist erst dann eine große Marke, wenn man kopiert wird", sagt er gegenüber Hotel vor9. Und weiter: "Offensichtlich hat mit den '101 besten Hotels' das Thema Orientierung und Einordnung eine neue Dynamik, eine neue Größe erreicht und wir stellen natürlich fest, dass es viele Copycats gibt, die in den letzten Jahren versucht haben sich auf dem Markt zu etablieren", so Rath. 

Markenrechtliche Fragestellungen werden nicht kommentiert

Auch Mathis Boldt, CEO der Giata Group, zu der die "101 besten Hotels" inzwischen gehören, vermeidet jede Konfrontation. Zu markenrechtlichen Fragestellungen, immerhin gibt es ja gewisse Ähnlichkeiten zwischen "101 besten Hotels" und "111 besten Hotels", will man sich nicht äußern. Stattdessen verweist Boldt auf die eigene Positionierung. Der Fokus liege weiterhin auf "Glaubwürdigkeit, Unabhängigkeit und dem nachhaltigen Aufbau von Markenwert für die ausgezeichneten Hotels".

Parallel dazu läuft bei den "101 besten Hotels" weiterhin die Suche nach einer neuen Führungsspitze. Nach der Übernahme durch die Giata Group hatte der damalige CEO Thomas Mächler das Unternehmen bereits nach wenigen Wochen wieder verlassen. Nach Angaben von Giata ist der Nachfolgeprozess inzwischen weit fortgeschritten, eine Entscheidung soll in Kürze bekannt gegeben werden.

Pascal Brückmann

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