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22. Juni 2026 | 07:00 Uhr
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Premier-Inn-Mutter Whitbread steht unter Druck

Der britische Konzern Whitbread, Muttergesellschaft von Premier Inn, steht unter erheblichem Druck des US-Hedgefonds Corvex Management. Während der Großaktionär einen Komplettverkauf des Unternehmens fordert, setzt die Whitbread-Spitze auf einen Radikalumbau und verweist auf solide operative Fortschritte.

Premier Inn Freiburg Foto Premier Inn

Die Premier-Inn-Mutter Whitbread wird von einem Hedgefonds unter Beschuss genommen

Die Führung von Whitbread, der börsennotierten Muttergesellschaft von Premier Inn, befindet sich in einer harten Auseinandersetzung mit dem New Yorker Hedgefonds Corvex Management. Der aktivistische Investor, der rund sieben Prozent der Anteile hält, fordert den Verkauf des britischen Hospitality-Unternehmens. In einem offiziellen Schreiben an den Vorstand bemängelt Corvex eine langfristig schwache Kursentwicklung und wirft dem Management eine "Fehlallokation von Kapital" vor, wie aus einer Mitteilung von PR Newswire hervorgeht. Besonders umstritten ist das geplante Sale-and-Leaseback-Programm für Immobilien im Wert von 1,5 Milliarden Pfund, das Corvex als hochriskant einstuft.

Whitbread wehrt sich gegen Corvex 

Der Whitbread-Vorstand unter der Leitung von CEO Dominic Paul lehnt einen Verkaufsprozess ab und verweist auf das eigene Restrukturierungsprogramm (Accelerating Growth Plan). Dieses sieht vor, unprofitable Restaurantketten wie Beefeater zu schließen, wie The Caterer berichtet, oder in ertragreichere Hotelzimmer für Premier Inn umzuwandeln. Einem Bericht von Hedgeweek zufolge führt dieser Umbau kurzfristig zu rund 3.800 Entlassungen und soll das Unternehmen mittelfristig als hochprofitablen Hotelbetreiber aufstellen.

Die jüngsten operativen Kennzahlen stützen vorerst den Kurs des Managements. Bei der Vorlage der aktuellen Quartalszahlen betonte der Vorstand, dass die Strategie greife. Wie das Branchenportal Skift (Abo) berichtet, stiegen die Beherbergungsumsätze in Großbritannien im ersten Quartal um drei Prozent, getrieben durch ein starkes London-Geschäft.

Der Hedgefonds droht den Aufsichtsrat zu kapern

Der Ausblick für Whitbread bleibt dennoch unsicher. CEO Dominic Paul räumte ein, dass das laufende Geschäftsjahr aufgrund der einmaligen Kosten für den Restaurant-Ausstieg ein Übergangsjahr sei, bei dem man finanziell zunächst einen Schritt zurückgehen müsse. Sollten die Margen im wichtigen Sommergeschäft die Erwartungen der Aktionäre nicht erfüllen, droht eine Eskalation, denn Corvex hat bereits angekündigt, bei ausbleibendem Einlenken eigene Kandidaten für den Aufsichtsrat zu nominieren.

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