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14. Mai 2026 | 22:23 Uhr
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Revo-Insolvenz erreicht entscheidende Phase

Das Insolvenzverfahren der Revo Hospitality Group tritt in die entscheidende Phase. Aktuell prüfen und bewerten die Sachwalter sowie die Interims-Geschäftsführer, welche der vorliegenden Angebote für eine Übernahme der Unternehmen im Sinne der Gläubiger die beste Option darstellt. Derweil finden am Amtsgericht Charlottenburg (Foto) Termine im Stundentakt statt.

Denkmalgeschütztes ehemaliges Preußisches Oberverwaltungsgericht in Berlin-Charlottenburg Amtsgericht

Am Amtsgericht Charlottenburg gibt es derzeit ein erhöhtes Arbeitsaufkommen. Mehr als hundert Insolvenzverfahren im Zusammenhang mit der Revo Hospitality Group werden dort bearbeitet

Viel zu tun gibt es derzeit am Amtsgericht Charlottenburg im historischen Gebäude des ehemaligen Preußischen Oberverwaltungsgerichts am Amtsgerichtsplatz 1. Dort ist es nun Aufgabe der beiden Sachwalter, die Berichtstermine zu den eröffneten Verfahren abzuhalten. Und davon gibt es zahlreiche.

"Am Amtsgericht Charlottenburg sind mehr als 100 Insolvenzverfahren der Revo-Unternehmensgruppe anhängig, sodass taggleich teilweise mehrere Termine für Gesellschaften der Gruppe stattfinden", berichtet Madlen Heiland, Vorsitzende Richterin am Landgericht Berlin, gegenüber Hotel vor9.

Diese Sitzungen sind ausschließlich für Verfahrensbeteiligte, also die Gläubiger, zugänglich. Üblicherweise berichten die Sachwalter über die Insolvenzgründe sowie darüber, was sie bei ihren bisherigen Prüfungen vorgefunden haben – bis hin zu möglichen Ungereimtheiten. Gläubiger, die keine Möglichkeit haben, nach Berlin anzureisen, können die Gutachten üblicherweise online über das sogenannte Gläubigerinformationssystem (GIS) einsehen.

Indes mehren sich die Hinweise darauf, dass das Verfahren möglichst schnell abgeschlossen werden soll. Insider gehen davon aus, dass bereits in wenigen Wochen die Entscheidungen zugunsten einzelner Bieter getroffen werden könnten.

Sachwalter prüfen Übernahmeangebote für die Revo-Gruppe

Unverändert gibt es zahlreiche Spekulationen darüber, welche Interessenten es mit ihren Angeboten und Übernahmekonzepten in die Endrunde geschafft haben. Immer wieder fällt dabei der Name Aroundtown. Die luxemburgische Aktiengesellschaft ist ein Immobilienunternehmen mit Fokus auf ertragsgenerierende Immobilien, darunter auch Hotels, und in der deutschen Hospitality-Branche bestens bekannt. Dem Vernehmen nach hat Aroundtown ein Angebot für das gesamte Unternehmen abgegeben.

Dies wäre insofern schlüssig, als Aroundtown nach Informationen von Hotel vor9 bereits vor der Insolvenz ein Angebot für eine Mehrheitsbeteiligung an der Revo Hotelgruppe abgegeben haben soll. Interessant ist zudem eine weitere, bislang unbestätigte Information: Demnach soll sich Revo-Gründer Ruslan Husry direkt oder indirekt finanziell an dem Gebot von Aroundtown beteiligen wollen, um anschließend mit einem schuldenfreien Unternehmen neu durchzustarten.

Aroundtown, Fattal und Wyndham gelten als mögliche Interessenten

Ein akzeptables Gebot für das Gesamtunternehmen wäre für das Verfahren sicherlich die schnellste und einfachste Lösung – allerdings nicht zwangsläufig die beste Option für die Gläubiger. Daher dürfen sich weiterhin auch Interessenten Hoffnungen machen, die Gebote für kleinere Unternehmensteile abgegeben haben, etwa für die H-Hotels-Gruppe. 

Hier gibt es Hinweise, dass die finanzstarke israelische Fattal Hotel Group, die hinter der Hotelmarke Leonardo steht, ihren Hut in den Ring geworfen haben soll. Auch Wyndham wird nachgesagt, sich mit entsprechenden Angeboten positioniert zu haben, um das einst investierte Key Money nicht vollständig abzuschreiben.

Wie dem auch sei: Die kommenden Wochen dürften außerordentlich spannend werden. Die Revo-Mitarbeiter, die Gläubiger und zahlreiche Revo-Geschäftspartner verlangen endlich Klarheit über den weiteren Fortgang des Verfahrens.

Pascal Brückmann

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