Studie sieht Hotels bei jungen Reisenden klar vorn
Hotels sind für 16- bis 35-jährige Reisende die mit Abstand wichtigste Unterkunftsform. Das zeigt eine Studie der Schörghuber Gruppe. Entscheidend sind demnach Komfort, Service, Verpflegung und Sauberkeit. Trotz ausgeprägten Umweltbewusstseins bleibt die Bereitschaft gering, auf Qualität oder Annehmlichkeiten zu verzichten.
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Junge Reisende legen Wert auf Komfort und Entlastung
Für junge Reisende sind Hotels das bevorzugte Urlaubsdomizil, so die Studie, für die 2.000 in Deutschland lebende Menschen im Alter von 16 bis 35 Jahren befragt wurden. Sie erreichen einen Anteil von 70 Prozent und liegen damit deutlich vor anderen Unterkunftsformen. Die Studie führt das auf verlässlichen Service, gute Verpflegungsangebote und hohen Komfort zurück. Qualität müsse stimmen, heißt es, darauf wolle man sich verlassen können.
Bemerkenswert ist, dass nicht nur die Generation Y, sondern auch die jüngere Generation Z Hotels klar bevorzugt. Obwohl Jüngere häufig über geringere finanzielle Mittel verfügen, sparen sie im Alltag bewusst, um sich im Urlaub mehr leisten zu können.
Sauberkeit wichtiger als Extras
Bei den Ausstattungsmerkmalen zeigt sich ein differenziertes Bild. Zwei Drittel der Hotelgäste legen besonderen Wert auf Zimmerservice und ein gut gereinigtes Zimmer. Sauberkeit ist das einzige Merkmal, das von allen Befragten als besonders wichtig eingestuft wird.
Weitere Angebote wie Verpflegung, vor allem Frühstücksbuffets, oder ein Pool werden geschätzt, erreichen aber jeweils keine absolute Mehrheit. Das spricht gegen einzelne "Killer-Features" und für die Bedeutung eines stimmigen Gesamtangebots.
Wunsch nach Entlastung im Urlaub
Die Beliebtheit von Hotels erklärt die Studie auch mit dem Bedürfnis nach Entlastung. Im Urlaub möchten viele abschalten, sich verwöhnen lassen und organisatorische Aufgaben möglichst vermeiden. Komfort und Freiraum haben einen höheren Stellenwert als besonders authentische oder landestypische Erfahrungen.
Der Aufenthalt im Hotel wird damit weniger über einzelne Leistungen definiert, sondern über die Summe der Annehmlichkeiten und Wahlmöglichkeiten.
Nur rund ein Viertel der Befragten entscheidet sich bewusst für einen Selbstversorger-Urlaub. Für diese Gruppe stehen Flexibilität, etwa bei Essenszeiten, sowie Kostenersparnis und Privatsphäre im Vordergrund. Die Studie beschreibt dies als alternatives, klar abgegrenztes Reisekonzept, das für die Mehrheit jedoch keine Option darstelle.
Hohe Ansprüche trotz Nachhaltigkeitsdebatte
Reisen haben für 16- bis 35-Jährige einen hohen Stellenwert als Ausgleich zum Alltag und als Phase gesteigerter Lebensqualität. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Unterkunft, Service und Erlebnisqualität.
Zwar sind knapp 40 Prozent bereit, für nachhaltigeres Reisen mehr zu bezahlen. Die Bereitschaft, dafür auf Komfort oder hochwertige Ausstattung zu verzichten, bleibt jedoch begrenzt. Professor Klaus Hurrelmann spricht von einer klaren Grenze des ökologischen Engagements: Ideelle Ziele würden unterstützt, ein spürbarer Verzicht im Urlaub werde aber nur von einer Minderheit akzeptiert.
Christian Schmicke
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