Studie zeigt ungenutzte Umsatzpotenziale in DACH‑Hotels
Der Guest Value Report 2026 von Smart Host, Anbieter von Hotel-Software, zeigt deutliche Lücken zwischen Anspruch und Realität. Viele Hotels sehen großes Potenzial in Loyalität, Customer Relationship Management und Direktbuchungen, setzen diese Themen operativ aber kaum um. Fehlende Prozesse und Zeit bremsen die Entwicklung stärker als Marktbedingungen.
iStock Pinkypills
Smart Host meint, Hotels nutzen ihre Umsatzchancen nicht ausreichend
Der Guest Value Report zeigt eine Branche, die ihre wichtigsten Umsatzhebel kennt, sie aber nur begrenzt nutzt. Für die Studie wurden über sechs Wochen hinweg 87 Hotels aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol befragt. Die Mehrheit sieht in Wiederkehrern und Gästebindung das größte ungenutzte Potenzial. Gleichzeitig landet das Thema in der Prioritätenliste der kommenden zwölf Monate ganz hinten.
Anspruch vs. operative Realität
Laut Studie arbeiten 55 Prozent der Hotels daran, mehr Direktbuchungen zu generieren. Ebenso viele investieren in das Thema Kundentreue. Doch zentrale Kennzahlen werden selten gemessen. Zwar wollen 44 Prozent den Umsatz pro Gast steigern, tatsächlich erfasst nur ein Zehntel diesen Wert. Die Kennzahl Trevpor (Total Revenue per Occupied Room - Gesamtumsatz pro belegtem Zimmer) wird von fast der Hälfte der Betriebe nicht erhoben.
Auch entlang der Guest Journey zeigen sich Lücken. Obwohl 40 Prozent der Teilnehmer das größte Zusatzumsatzpotenzial vor der Anreise sehen, entstehen 81 Prozent der Zusatzumsätze erst während des Aufenthalts. Die Pre‑Arrival‑Phase werde operativ zu selten genutzt, heißt es im Report.
Interne Hürden bremsen Wachstum
Die größten Wachstumshemmnisse liegen laut Studie in fehlender Zeit und fehlenden Prozessen. Beide Faktoren nennen jeweils 47 Prozent der Befragten. Marktbedingungen spielen eine geringere Rolle. Nur 14 Prozent verfügen über klar definierte Prozesse zur Steuerung von Zusatzumsätzen. Smart‑Host‑CEO Julian Leitner sieht darin einen strategischen Widerspruch. Hotels wüssten, wo ihre Hebel liegen, leiteten daraus aber zu selten Konsequenzen ab.