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28. Januar 2026 | 07:00 Uhr
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Viele Fragen und wenig Antworten zur Revo-Insolvenz

Auch 13 Tage nach der Revo-Insolvenz gibt es weiter mehr Fragen als Antworten. Noch steht die Bestätigung, dass die Mitarbeiter Insolvenzgeld erhalten werden, aus. Unklar ist auch, ob alle 140 Gesellschaften im Rahmen einer Eigenverwaltung von den beiden Interims-Geschäftsführern Benedikt de Bruyn (links) und Gordon Geiser (rechts) saniert werden können.

Revo Interims-GF Benedikt de Bruyn Gordon Geiser Foto Revo Hospitality

Gordon Geiser (rechts) und Benedikt de Bruyn (links) agieren für die Dauer der Eigenverwaltungsverfahren als Geschäftsführer der Revo-Gesellschaften

"Voraussichtlich Anfang kommender Woche wird es ein größeres Update zu vielen Fragestellungen geben", verspricht Revo-Sprecher Jochen Mignat. Die Information soll dann an die Fachpresse gerichtet werden, heißt es. Derzeit seien sowohl die Geschäftsführung als auch die beiden vorläufigen Sachwalter damit beschäftigt, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und sich gleichzeitig einen Überblick über die wichtigsten Handlungsfelder zu verschaffen und daraus einen Fahrplan abzuleiten.

Komplex sei auch die Frage, ob alle Mitarbeiter Ende Januar mit Insolvenzgeld rechnen können. Revo hatte bereits am 16. Januar bei der Agentur für Arbeit eine Vorfinanzierung der Gehaltszahlungen für die Monate Januar bis März 2026 beantragt. "Wir gehen davon aus, dass die Genehmigung erfolgt", ist Mignat aber zuversichtlich.

Weiter unklar ist, welche Revo-Gesellschaften möglicherweise keine Sanierung in Eigenverwaltung durchlaufen können. Revo hatte bereits am 16. Januar in seiner Pressemitteilung zur Insolvenz mit der Formulierung "mit den überwiegend in Eigenverwaltung beantragten Verfahren für die rund 140 Gesellschaften" angedeutet, dass möglicherweise einige Gesellschaften direkt in ein Regelinsolvenzverfahren überführt werden müssen. Welche Gesellschaften das sein könnten, sagt Revo nicht.

CEO Ruslan Husry wirbt auf der Webseite weiter mit der finanziellen Stärke des Unternehmens

"Wir bitten noch um einige Tage Geduld", so der Revo-Sprecher. Neben der eingesetzten Interims-Geschäftsführung sei auch die bisherige Revo-Geschäftsführung weiter tätig und im Amt. "Sie arbeiten alle gemeinsam als Team", berichtet Mignat. Laut Revo-Webseite sind das Robert Kennedy als Geschäftsführer sowie Benedikt de Bruyn und Gordon Geiser mit Generalvollmacht. COO Jonathan Mills und Chief Developer Officer Martin Stegner tauchen hingegen nicht mehr auf. 

Ruslan Husry, CEO erklärt auf der Online-Präsenz des Unternehmens unverändert, wer Revo ist und wofür Revo steht. Und zwar ausgerechnet mit diesen Worten: "Mit finanzieller Stärke, einem Fokus auf Wachstum und einer klaren Vision für die Zukunft ist Revo Hospitality Group ein zuverlässiger Partner, der bereit ist, die sich schnell entwickelnden Anforderungen des Gastgewerbes zu erfüllen."

Auf der gesamten Webseite findet sich dagegen bis heute kein einziger Hinweis auf die Revo-Insolvenz, geschweige denn darauf, wie Gläubiger und Lieferanten an Informationen gelangen. Auch hier bittet der Revo-Sprecher um Geduld. "Grundsätzlich ist die Geschäftsführung weiter für Gläubiger oder Lieferanten der richtige Ansprechpartner und erreichbar. Zudem sind bereits schriftliche Informationen an alle Gläubiger über die Eröffnung des Verfahrens erstellt worden. Diese sind bereits weitgehend versendet oder werden kurzfristig verschickt."

Update, Mittwoch, 28.01.2026, 13:00

Revo-Sprecher Jochen Mignat vermeldet: "Die Zustimmung der Arbeitsagentur zum Insolvenzgeld liegt vor. Den Mitarbeitern der insolventen Gesellschaften wird das Insolvenzgeld also überwiesen - wie von der Geschäftsführung angekündigt. Der Geschäftsbetrieb der Gesellschaften, die Insolvenz angemeldet haben, konnte stabilisiert werden. Alle betroffenen Hotels inklusive Gastronomie sind offen und können gebucht werden."

Pascal Brückmann

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