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11. Januar 2021 | 13:06 Uhr
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Wie der Accor-Chef sein Unternehmen in der Krise umkrempelt

Sébastien Bazin kündigte im Interview mit dem "Spiegel" an, die öffentlichen Bereiche der Hotels der Accor-Marken als Arbeitsplätze für "moderne Nomaden" zu vermarkten. Zudem könnten halbe oder ganze Etagen für Unternehmen freigeräumt und als Büros vermietet werden.

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Sébastien Bazin stellt die Accor-Gruppe auf schwierige Zeiten ein

Er gehe davon aus, dass die meisten Arbeitnehmer nach der Corona-Pandemie nicht mehr fünf Tage die Woche im Büro arbeiten, sagte Bazin dem "Spiegel“. Studien hätten aber ergeben, dass sie auch nicht die ganze Woche von zu Hause arbeiten wollten, weil es dort zu einsam, zu eng oder zu laut sei. Da die meisten Accor-Hotels sich in zentralen Lagen befänden, könnten Interessierte künftig mit einem Monatsabo von ungefähr zehn Euro in öffentlichen Bereichen der Hotels arbeiten – "mit guten Internetleitungen und Getränken in der Nähe, ein paar Stunden oder mehrere Tage lang", so Bazin. Die zweite Option bestehe darin, halbe oder ganze Etagen für Unternehmen freizumachen und die Zimmer in Büros umzuwandeln. Das gehe "ganz schnell", so der Accor-Chef. "In der Hauptsache müssen die Betten raus."

Mittelfristig werde der Accor-Konzern in den weltweit rund 5.100 Hotels und 748.000 Zimmern seiner Marken wieder dieselbe Zahl touristischer Gäste empfangen wie vor der Krise, glaubt Bazin. Getragen werde die Erholung von Ländern wie Indien oder China und deren touristischer Erholung. Schwieriger werde es bei den Geschäftsleuten. Diese würden künftig nicht mehr wie früher zu Meetings, Kongressen und Seminaren reisen, da sie erkannt hätten, dass sich viele Geschäftsreisen digital ersetzen ließen. "Für Accor bedeutet das Umsatzeinbußen von dauerhaft zehn bis 15 Prozent", sagt der Firmenchef. Auf dieser Annahme dürfte auch die geplante Umwandlung von Zimmerkapazitäten in Büros basieren.

Während der Krise entließ der Konzern laut Bazin mehr als 1.000 Mitarbeiter und halbierte die Zahl seiner weltweiten Büros auf acht. Das wäre auch ohne Covid-19 notwendig gewesen, sagt Bazin; es gehe darum, "den Konzern gut aufzustellen für die 95 Prozent der Mitarbeiter, die bleiben". Dazu dienten auch geplante Übernahmen im Lifestyle-Segment, etwa mit der britischen Marke Hoxton sowie den Boutiquehotelketten Mama Shelter und 25hours. Diese Akquisen seien insbesondere für den gesättigten europäischen Hotelmarkt wichtig: „Die Leute suchen nach besonderen Erfahrungen, sie wollen sich erinnern an ihren Aufenthalt, sie wollen Individualität. Das erfordert ein ausgeklügeltes Konzept. Alle drei genannten Marken haben eines“, erklärte der Accor-Lenker gegenüber dem "Spiegel".