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21. Januar 2026 | 21:35 Uhr
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Zwangspause für Steigenberger Bad Pyrmont

Das Steigenberger in Bad Pyrmont hat seinen Betrieb eingestellt. Die seit Anfang 2024 laufenden Renovierungsarbeiten lassen sich nicht länger mit dem Hotelbetrieb vereinbaren, zudem wird der Umbau deutlich teurer als gedacht. Die Belegschaft des Hotels befindet sich bis auf Weiteres in Kurzarbeit, in der zweiten Jahreshälfte soll das Steigenberger aber wieder öffnen.

Steigenberger Bad Pyrmont

Wann das Steigenberger Bad Pyrmont wieder öffnet, lässt sich derzeit nicht sagen

Wie die General Managerin Franziska Pritzkow gegenüber Hotel vor9 bestätigte, befinden sich sämtliche öffentlichen Bereiche des Hotels derzeit im Rohbau. Die laufenden Umbaumaßnahmen betreffen demnach inzwischen die Hotelhalle, die Restaurants, den Barbereich, den Wellnessbereich sowie den gesamten Eventbereich. "Aufgrund der Tatsache, dass sich die öffentlichen Bereiche – welche das Herzstück des Hotels sind – im Rohbau befinden, kann das Hotel gar nicht betrieben werden, bis diese Bereiche vollständig renoviert sind", erklärte Pritzkow.

Steigenberger selbst hat sich zu dem Vorgang auf Nachfrage von Hotel vor9 nicht geäußert. Auf der Webseite des Unternehmens heißt es lapidar: "Aufgrund von Renovierungsarbeiten ist das Hotel derzeit nicht verfügbar. Das Team vor Ort unterstützt Sie jedoch gerne bei der Suche nach alternativen Buchungsmöglichkeiten."

Plötzliche Zusatzkosten von 6,5 Millionen Euro, springt das Land ein?

Die General Managerin berichtet, die Wiedereröffnung sei für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Insgesamt steht die Sanierung unter keinem guten Stern. Nachdem Wände und Decken geöffnet wurden, seien Mängel bei Brand- und Schallschutz entdeckt worden, die nicht in der ursprünglichen Kalkulation enthalten gewesen seien, berichtete der NDR. Die Zusatzkosten beliefen sich demnach auf 6,5 Millionen Euro.

Das niedersächsische Finanzministerium verhandelt laut NDR nun seit Wochen mit der Grandhotel Bad Pyrmont GmbH über den Anteil, den die öffentliche Hand übernehmen soll. Steigenberger selbst ist weder Eigentümer und auch nicht Betreiber des Hotels. Das Land hatte sich bereits mit 25 Millionen Euro an den Baumaßnahmen beteiligt. Das finanzielle Engagement begründete das Land mit seiner historischen Verantwortung für das Staatsbad Pyrmont. Es gehe darum, eine strukturschwache Region zu stärken, sagte Sprecher Pepping dem NDR. 

Die Belegschaft befindet sich bereits in Kurzarbeit

Belastend ist die derzeitige Situation für die Belegschaft. Sämtliche Mitarbeiter, der NDR spricht von 62 Mitarbeitern, befinden sich derzeit in Kurzarbeit. Laut General Managerin Pritzkow handelt es sich um eine "selbstinitiierte" Maßnahme. "Parallel dazu nehmen unsere Mitarbeiter an KI-Fortbildungen sowie Teilqualifizierungen teil", erklärte sie. Man nutze die Zeit, um zum Zeitpunkt der Wiedereröffnung optimal vorbereitet zu starten. 

Nach der Wiedereröffnung sollen Gäste laut Pritzkow ein umfassend renoviertes Hotel mit hochwertigen Materialien und einem zeitlosen Design vorfinden. Zudem arbeite man an einem ganzheitlichen Gesundheitskonzept, das laut der General Managerin "in dieser Form bislang einzigartig in Deutschland sein wird". Auch die kulinarische Qualität solle gesteigert werden.

Pascal Brückmann

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