Steigenberger Bad Pyrmont rutscht jetzt in Regelinsolvenz
Das Steigenberger Grandhotel Bad Pyrmont steckt tiefer in der Krise als erhofft: Das zunächst beantragte Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde in ein Regelverfahren umgewandelt. Eine Insolvenzverwalterin übernimmt nun die Kontrolle.
Steigenberger
Derzeit geschlossen und jetzt in Insolvenz: das Steigenberger Bad Pyrmont
Erst Anfang Februar hatte die Betreibergesellschaft des Steigenberger Grand Hotels, die Grand Hotel Bad Pyrmont Betriebs GmbH, beim Amtsgericht Hameln Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, Hotel vor9 hatte berichtet. Nun ist das Verfahren laut einer Mitteilung der beteiligten Kanzlei Brinkmann & Partner in ein Regelverfahren übergegangen. Das Gericht bestellte am 27. Februar Rechtsanwältin Karina Schwarz von der Kanzlei Schwarz Rühmland und Partner zur Insolvenzverwalterin. Sie hatte zuvor bereits als vorläufige Sachwalterin fungiert.
Insolvenzplan soll das Hotel retten
Trotz des Rückschlags wird laut der Mitteilung an einem Insolvenzplan gearbeitet. Ziel bleibe es, das denkmalgeschützte Haus nach Abschluss der laufenden Renovierung wiederzueröffnen. Das 1898 als Kurhotel eröffnete Gebäude mit 150 Zimmern musste Anfang 2026 den Betrieb vollständig einstellen, weil sich zentrale Bereiche im Rohbau befanden, wie Hotel vor9 zuvor berichtet hatte.
Hintergrund sind Sanierungsarbeiten am Brand- und Schallschutz, deren Kosten laut früheren Angaben um 6,5 Millionen Euro über der ursprünglichen Kalkulation lagen. Das Land Niedersachsen als Eigentümer der Immobilie hatte bereits rund 25 Millionen Euro in die Sanierung investiert. Über eine weitere Beteiligung an den Mehrkosten war zuletzt ohne Ergebnis verhandelt worden. Betroffen sind 62 Mitarbeiter.
Pascal Brückmann