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9. Februar 2026 | 07:00 Uhr
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Steigenberger Bad Pyrmont meldet Insolvenz an

Die Betreibergesellschaft des Steigenberger Grand Hotel Bad Pyrmont hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Haus ist bereits seit einigen Wochen geschlossen, die Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit. Grund für die Insolvenz sind Verzögerungen bei den Sanierungsarbeiten und gestiegene Baukosten.

Steigenberger Bad Pyrmont

Das 1898 eröffnete Grand Hotel verfügt über 150 Zimmer, zwei Restaurants sowie einen Spa- und Wellnessbereich

Die Betreibergesellschaft des Hotels in Bad Pyrmont, die Grand Hotel Bad Pyrmont Betriebs GmbH, hat am 6. Februar 2026 beim Amtsgericht Hameln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Mit dem Verfahren soll der Hotelbetrieb nach Abschluss der laufenden Renovierungsarbeiten so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden, heißt es in einer Pressemitteilung. 

Bereits im Januar 2026 war bekannt geworden, dass das Haus seinen Betrieb vollständig einstellen musste, da sich zentrale öffentliche Bereiche im Rohbau befanden. Hotel vor9 hatte berichtet. Damals hatte man gehofft, dass das Hotel in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder öffnen wird.

Auslöser der finanziellen Schieflage sind deutlich höhere Sanierungskosten als ursprünglich kalkuliert. Die Rede ist von Mehrkosten in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Während der seit Anfang 2024 laufenden Bauarbeiten stellte sich heraus, dass insbesondere der Brand- und Schallschutz in dem denkmalgeschützten Gebäude umfassender erneuert werden muss als geplant. Das Land Niedersachsen, Eigentümer der Immobilie, hatte sich bereits zuvor mit rund 25 Millionen Euro an der Sanierung beteiligt und sein Engagement mit der historischen Verantwortung für das Staatsbad Pyrmont begründet. Über eine weitere Kostenbeteiligung der öffentlichen Hand wurde zuletzt aber ohne Ergebnis verhandelt. 

Gespräche mit dem Land Niedersachsen laufen weiter

Im Rahmen des vom Gericht angeordneten vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens bleibt Geschäftsführer Oliver Massabni im Amt. Die rechtliche Begleitung übernimmt die Generalhandlungsbevollmächtigte Zekira Fuest von der Kanzlei Brinkmann & Partner. Zur vorläufigen Sachwalterin bestellte das Gericht Rechtsanwältin Karina Schwarz von der Kanzlei Schwarz Rühmland und Partner aus Hannover.

Nach Angaben von Fuest sollen die Gehälter der 62 Beschäftigten zunächst über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert werden. Massabni betont zudem den engen Austausch mit dem Land Niedersachsen als Eigentümer der historischen Immobilie. Ziel sei es, gemeinsam mit dem Staatsbad Pyrmont eine tragfähige Zukunftslösung für Hotel, Mitarbeitende und Gläubiger zu entwickeln.

Pascal Brückmann

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