Ryanair-Rückzug vom Flughafen BER trifft Hotellerie hart
Schlechte Nachrichten für die Hotellerie in Berlin: Der irische Billigflieger schließt im Oktober seine Basis am Flughafen BER und zieht sieben Maschinen ab. Laut Berechnungen der Airline werden im Jahr 2027 über zwei Millionen Fluggäste weniger in Berlin ankommen. Potenziell hunderttausende Übernachtungen dürften damit wegbrechen.
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Ryanair zieht sich zum 24. Oktober als stationierter Carrier vom Hauptstadtflughafen BER zurück
Ryanair zieht sich zum 24. Oktober als stationierter Carrier vom Hauptstadtflughafen BER zurück. Laut Mitteilung der Airline werden alle sieben in Berlin beheimateten Flugzeuge abgezogen und das Winterflugangebot um 50 Prozent gekürzt. Das Passagieraufkommen soll von 4,5 Millionen auf 2,2 Millionen im Jahr 2027 sinken. Das Minus von 2,3 Millionen Fluggästen dürfte die Hauptstadt-Hotellerie unmittelbar treffen. Verbindungen nach Bologna, Tallinn und Pisa entfallen, Strecken wie London werden deutlich ausgedünnt.
Der Einschnitt trifft einen Flughafen, der sich von der Pandemie nur langsam erholt. Im vergangenen Jahr reisten rund 26 Millionen Fluggäste über den BER, gut zehn Millionen weniger als im Rekordjahr 2019. Dass nun auch Ryanair die Basis schließt und das Angebot halbiert, verschärft den Druck auf den Standort weiter. Schon in den vergangenen Jahren hatten Ryanair, Easyjet und Wizz Air ihr Angebot in Deutschland und am BER reduziert.
Die schlechte Performance des Flughafens trifft den Tourismus und die Hotellerie der Hauptstadt unmittelbar. 2025 zählte Berlin laut Visit Berlin nur 29,4 Millionen Übernachtungen, rund vier Millionen weniger als im Vorkrisenjahr 2019. Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) ist trotzdem zufrieden und erklärt öffentlich, Berlin "ziehe unvermindert an".