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30. November 2023 | 07:00 Uhr
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"Nacht der Hotellerie" mit außergewöhnlicher Azubi-Werbung

Die soeben zu Ende gegangene Veranstaltungsreihe "Nacht der Hotellerie" setzte auf einen anderen Weg der Berufsorientierung, um Jugendliche für eine Ausbildung im Hotelgewerbe zu gewinnen. Gewertet wird sie von den Beteiligten als Erfolg – auch wenn dieser sich nicht valide messen lässt.

Nacht der Hotellerie Dorint Köln Foto Eto Personalmarketing

Der Andrang im Kölner Dorint am Heumarkt war groß

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Ende Oktober in Köln, die Nacht hat sich längst über die Domstadt gelegt. Das Vier-Sterne-Superior Dorint Hotel am Heumarkt hat sich herausgeputzt und die Lampen angeknipst. Um 18 Uhr kommen die ersten jugendlichen Teilnehmer der "Nacht der Hotellerie" in die noble Lobby des Hauses und werden dort von livrierten Angestellten mit Handschlag, einem aufrichtigen Lächeln und auf Augenhöhe begrüßt. "Das ist ja das, was Hotellerie ausmacht", sagt Jan Steffen, Geschäftsführer der veranstaltenden Agentur Eto Personalmarketing und selber gelernter Hotelfachmann. "Man sollte sich als Gast willkommen fühlen."

Für die Jugendlichen geht es noch weiter. Nach der Begrüßung folgen Workshops, bei denen sie unter anderem in der Hotelbar Cocktails mixen, mit dem Zimmerservice gemeinsam einen Raum checken, mit Tellern im Restaurant jonglieren oder Stories lauschen, in welcher Badewanne Michael Jackson schlief oder wer Jennifer Lopez die Hand schütteln durfte. Sie sollen Hotellerie nicht nur aus Flyern aus dem Berufsinformationszentrum kennenlernen, sondern tatsächlich aus erster Hand erleben "und die Magie aufsaugen", wie Steffen meint.

Als Aussteller ist die Top-Hotellerie dabei

Neugierig gemacht, landen sie im Anschluss wieder in der Lobby und kommen an insgesamt 18 Ausstellern der Top-Hotellerie wie Marriott, Hyatt, Hilton oder natürlich Dorint vorbei, auch der Dehoga, Innungen oder die Arbeitsagentur sind vertreten.

Klingt an dieser Stelle wie eine herkömmliche Berufsbildungsmesse, ist es aber nicht, wie Jan Steffen erklärt. Die Ausgangslage sei anders. Die teilnehmenden Jugendlichen sind nicht wie bei anderen Messen aus einer schulischen Verpflichtung heraus ins Dorint am Heumarkt gekommen, sondern haben sich bewusst dafür entschieden und angemeldet. In Köln waren es in diesem Jahr 450 künftige Schulabgänger, die tatsächlich etwas über die Hotellerie lernen und sie kennenlernen wollten, gut 150 mehr als im Vorjahr an gleicher Stelle.

Auch die drei Folgeveranstaltungen im November im Parkhotel Bremen (350 Teilnehmer), im Novotel City in Münster (160) und im Hamburger Side Design Hotel (250) waren gut besucht. Das Konzept war überall gleich: Die im Durchschnitt 14-Jährigen konnten über Workshops und Vorträge Einblicke in die Hotellerie gewinnen und sich dann bei den Ausstellern aus der Hotelbranche über Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Damit dies nicht im Sande verläuft, bekommt jeder der Teilnehmenden ein Zertifikat für die absolvierten Workshops sowie einen Praktikumsgutschein, den sie bei einem der ausstellenden Hotels einlösen können. Das Zertifikat ist als Referenz gedacht, um es bei einer späteren Bewerbung mitschicken zu können.

Der Erfolg der Veranstaltung lässt sich nicht valide messen

Ob es dann aber auch zu einem Lehrverhältnis kommt, ist nicht sicher. "Bei der Nacht der Hotellerie wird mit ziemlicher Sicherheit kein Ausbildungsvertrag abgeschlossen werden", bestätigt Steffen, es gäbe nur geringe Messgrößen für den Erfolg der Veranstaltung. Am deutlichsten ist die Zahl der ausgegebenen Praktikumsgutscheine, die mit jeder Veranstaltung steigt. Ansonsten seien die Initiatoren auf das Feedback der als Aussteller teilnehmenden Hotels angewiesen. "Die Rückmeldungen sind ausnahmslos positiv", und die wachsende Zahl an Ausstellern zeige, dass die Veranstaltung von der Branche akzeptiert werde. Vor allem die Workshops und aufgezeigten Szenarien aus dem Hotelalltag würden vielfach gelobt. Auch habe es schon Rückmeldungen gegeben, dass ein Hotel beispielsweise sieben junge Menschen mit einem Praktikumsgutschein als Praktikanten beschäftigte, von denen es nachher zwei Azubis einstellte.

Hotels profitieren von der Veranstaltung doppelt

Der Benefit für die ausstellenden Hotels und diejenigen, die sich als Host bewarben, liege aber auch noch woanders. Über die Veranstaltung werde medial sehr stark berichtet, sowohl in Printmedien als auch auf Internetseiten oder in sozialen Netzwerken. Immer gut sichtbar die Namen der Hotels und positive Feedbacks der Teilnehmer. Der Werbewert ist also hoch – und das für eine Standgebühr von 990 Euro. Und das gastgebende Hotel, das die Veranstaltung im laufenden Betrieb hostet und natürlich für die Workshops den einen oder anderen Raum vorhalten muss? "Kann sein, dass sie als Hotelier an diesem Abend vielleicht zwei oder drei Zimmer weniger verkaufen", sagt Steffen. Aber dafür bekomme man durch die Berichterstattung auch eine Aufmerksamkeit, die in der Gesellschaft mit sehr viel Wohlwollen gesehen werde, da sich das jeweilige Haus "engagiert um den Nachwuchs bemüht." Und das, so Steffen, "das ist ein ganz starker Nutzwert".

Sven Schneider

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