Moritz Graf zu Rantzau ist Gastgeber mit Herz und Haltung
Moritz Graf zu Rantzau (Foto) führt das Vier-Sterne-Superior-Hotel Breitenburg nördlich von Hamburg. Dass er das tut, hat er seinem älteren Bruder zu verdanken, der Moritz im Hotel den Vorzug gewährte. Eine seiner Leidenschaften ist Golf, was sich auch im Angebot des Hotels widerspiegelt. Mehr über sich und seine Gedanken erzählt er im Hotel-vor9-Gästebuch.
Hotel Breitenburg
Moritz Graf zu Rantzau leitet seit 2015 das Hotel Breitenburg
Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Unfallchirurg
Wie sind Sie in die Hotellerie gekommen?
Über das Projekt "Hotel Breitenburg", sprich: über die Umnutzung der alten historischen Hofgebäude für eine moderne Lösung mit einem wunderschönen Wellnesshotel
Welche Entscheidung in Ihrem Berufsleben hat Ihre Karriere besonders geprägt?
Die Entscheidung meines älteren Bruders, den elterlichen Betrieb nicht zu übernehmen, sodass ich ihn damals übernommen habe. Ein sehr großes Geschenk und ein sehr großer Vertrauensbeweis meines Bruders.
Wie sieht für Sie das Hotel der Zukunft aus?
Für mich sollte das Hotel der Zukunft ökologisch gebaut sein und energieeffizient betrieben werden. Es sollte konsequent nachhaltig handeln und verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen. Gästen und Mitarbeitern begegnet das Hotel der Zukunft freundlich, wertschätzend und fair. Es sollte barrierefrei gestaltet und für alle Menschen zugänglich sein. Wichtig ist für mich auch, dass es auf Regionalität bei Lebensmitteln, Produkten und Partnern setzt und medizinische sowie Gesundheitsangebote als feste Bestandteile in sein Konzept integriert.
Was lieben Sie an Ihrem Job?
Die Vielseitigkeit und das Zusammenkommen mit den unterschiedlichsten Menschen.
Was nervt Sie am meisten?
Die Bürokratie und die langen Wege. Nur ein Beispiel: Wir hatten mal einen Betrugsfall im Hotel. Die Beweislage gegen die Verdächtigen war eindeutig, es gab zudem eine belastende Zeugenaussage. Trotzdem wurde bis heute kein Urteil gesprochen, die Rechnung ist nun seit mehr als sechs Monaten offen. Ich finde das sehr enttäuschend und kann so was nicht nachvollziehen.
Was kann die Hotellerie in Deutschland von Kollegen im Ausland lernen?
Ich finde, sie könnte den Fokus stärker auf echte Gastfreundschaft und persönliche Erlebnisse legen. Von der italienischen Hotellerie kann sie sich Herzlichkeit und gelebte Gastgeberkultur abgucken. Und von der dänischen und österreichischen Architektur kann sie Klarheit, Qualität und Wohlfühlatmosphäre übernehmen.
Was war Ihr prägendstes Erlebnis in einem Hotel?
Ich erinnere mich daran, dass wir mal einen sehr wohlhabenden Gast im Hotel hatten. Der kam eines Tages auf mich zu, weil er sich über ein paar locker gekleidete Gäste in der Lobby wunderte. Ich habe das natürlich ernst genommen, ging in die Lobby und fand drei junge Männer, die sich dort ganz entspannt aufhielten. Es stellte sich heraus, dass es die Söhne einer sehr vermögenden Scheich-Familie waren. Nachdem ich unserem Gast das erklärt hatte, war für ihn die Situation geklärt. 😊 Für mich persönlich sind alle Gäste gleich und herzlich willkommen.
Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Ich würde mehr Zeit mit meiner Familie verbringen und viele Verwandte und Freunde besuchen, was ich aktuell aus zeitlichen Gründen nicht immer schaffe.
Wie schalten Sie ab?
Indem ich Zeit mit meiner Familie und mit meinen beiden anderen Leidenschaften - Golf und Jagd - verbringe.
Welches Buch lesen Sie gerade?
"Letzte Chance" von Robin Alexander
Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
Ich kann mich noch genau erinnern: Es war der Kinderfilm "Paw Patrol 2", den ich zusammen mit meiner Tochter gesehen habe.
Ihr Lieblingsessen?
Zu einem gut gebratenen Steak vom Wild kann ich nicht nein sagen.
Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Wir planen einen Familienurlaub in einem sehr kinderfreundlichen Hotel in Österreich.
Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Justin Rose. Er ist ein Golfer, den ich gern ein paar Dinge fragen möchte, was Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Fleiß und menschliche Größe angeht.
Wie und wo wollen Sie alt werden?
Mit meiner Frau, zu Hause in Breitenburg, umgeben von meiner Familie, mit einem guten Weinkeller.
Zur Person: Moritz Graf zu Rantzau ist 1980 geboren und das jüngste von vier Geschwistern. Nach Abitur und Studium machte er Praktika im Forstbereich und bei Banken, stieg 2008 in den elterlichen Betrieb ein und übernahm ihn 2015. Das Vier-Sterne-Superior-Haus hat eine Reihe von Auszeichnungen eingeheimst, darunter den Michelin-Key. Seine Leidenschaften sind Golf, Jagd und die Hundearbeit mit seinen Labradoren.