Petra Weindl ist seit Kindertagen Hoteliere durch und durch
Die geschäftsführende Vorständin der Ringhotels stellt sich heute den Hotel-vor9-Fragen in unserer Rubrik Gästebuch. Sie ist früher in den Ferien im Hotel "mitgelaufen", wie sie es nennt. Seitdem zieht sich das Thema Tourismus und Hotellerie wie ein roter Faden durch ihr Leben.
Petra Weindl
Petra Weindl ganz relaxt in der Sonne - im daily Business liebt sie es, Dinge gemeinsam anzupacken und umzusetzen.
Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Ich wollte Flugbegleiterin werden. Reisen in ferne Länder, andere Kulturen und Flughäfen haben mich immer schon fasziniert.
Wie sind Sie in die Hotellerie gekommen?
Durch familiäre Hintergründe. Ich bin als Kind oft in den Ferien im Hotelbetrieb "mitgelaufen" und nach dem Abitur wurde mir eine Ausbildungsstelle zur Hotelfachfrau angeboten.
Welche Entscheidung in Ihrem Berufsleben hat Ihre Karriere besonders geprägt?
Viele kleine Einzelentscheidungen… aber der Weg mich in beiden Welten - Touristik und Hotellerie – zu bewegen, hat mich besonders geprägt und gibt mir die Chance Themen auch aus einem anderen Blickwinkel als aus der reinen Hotelbrille zu betrachten.
Wie sieht für Sie das Hotel der Zukunft aus?
Es unterscheidet sich nicht so massiv vom Ansatz der jetzigen Privathotellerie wie ich sie verstehe. Schaffung einer willkommenden Atmosphäre mit der notwendigen Professionalität und Herzlichkeit der Gastgeber. Am Ende sind wir es, die Gästen eine positive Erfahrung bei einem positiv belegten Thema – Urlaub – kreieren müssen. Das Hotel der Zukunft muss dies weiterhin in seinem Kern leisten. Alles, was für die Erfüllung zukünftig nötig ist, wie zum Beispiel die kluge Nutzung der Digitalisierung, um das Personal zu entlasten, damit dieses sich mehr auf den Gast fokussieren kann, muss durchgesetzt werden. Weiterhin müssen sich die Häuser auch stets weiterentwickeln, investieren und nachhaltig wirtschaften. Eine Klaviatur aus vielen Maßnahmen mit dem oben genannten Ziel – ganz platt gesagt – Gäste glücklich zu machen und eine schöne Zeit zu bescheren. Damit gelingt auch das Fortbestehen der Betriebe.
Was lieben Sie an Ihrem Job?
Die Vielfalt der Themen, die Gemeinschaft und der offene Austausch mit unseren Mitgliedern und Geschäftspartnern. Gemeinsam Dinge anzupacken, weiterzuentwickeln und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen zu finden.
Was nervt Sie am meisten?
Die zum Teil fehlende Wertschätzung gegenüber der Privathotellerie. Der Mittelstand hat einen massiven Impact auf die Wertschöpfung und auf das gesellschaftliche Leben – gerade im ländlichen Raum. Das kommt mir manchmal zu kurz. Das gelingt anderen Ländern, wie zum Beispiel Österreich, besser.
Was kann die Hotellerie in Deutschland von Kollegen im Ausland lernen?
Mehr Selbstbewusstsein und oftmals die Durchsetzung von höheren Preisen. Im internationalen Vergleich liegen die Hotelpreise in Deutschland im unteren Bereich trotz der zum Teil höheren Kosten.
Was war Ihr prägendstes Erlebnis in einem Hotel?
Da gab es viele Erlebnisse und Begegnungen mit Menschen und Gästen, die mich geprägt haben und mir in Erinnerung geblieben sind. Ein Erlebnis werde ich mit einem Schmunzeln nicht vergessen. Ich war Manager on Duty und nachts fiel die Heizung des Hotels aus – mitten im Winter. Ich stand dann im Kostüm im Heizungskeller des Hauses und habe per Telefon mit dem Techniker die Anlage wieder zum Laufen gebracht, das ganze zog sich über eine Stunde und hat definitiv einen Saunagang ersetzt. Darüber muss ich heute noch lachen. Aber so ist die Hotellerie. Alles kann passieren, Flexibilität und Spontaneität sind doch das, was unsere Branche ausmacht.
Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Reisen und endlich alle Sehnsuchtsorte besuchen, die auf meiner Liste stehen.
Wie schalten Sie ab?
Verbringe Zeit in der Natur, am liebsten am Wasser oder in den Bergen.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Sapiens von Yuval Noah Harari
Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
Marty Supreme
Ihr Lieblingsessen?
Rinderrouladen, zwingend mit Gurke.
Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Nach Tux zum Skifahren.
Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Elton John…ein wunderbarer Musiker und spannender Mensch, der viele Höhen und Tiefen beschritten hat und seiner Zeit oft voraus war.
Wie und wo wollen Sie alt werden?
Auf dem Land, in meiner oberbayerischen Heimat umgeben von meinen wichtigsten Menschen und das ganze gespickt mit viel Reisen und Gesundheit.
Zur Person: Petra Weindl ist gelernte Hotelfachfrau, hat BWL mir dem Schwerpunkt Tourismus und Marketing studiert und dann ein Career-Programm beim Reiseveranstalter Thomas Cook absolviert. Nach Stationen bei Steigenberger und FTI Touristik ist sie seit 2016 bei der Kooperation Ringhotels beschäftigt, zunächst als Verkaufsdirektorin und seit 2023 als Geschäftsführende Vorständin. Ehrenamtlich engagiert sie sich im Beirat des Hotelverbands Deutschland und im Deutschen Reiseverband.