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16. Juli 2026 | 07:00 Uhr
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Eigentümer Soravia kündigt Hotelverträge nach Revo-Insolvenz

Ein Grund, warum das Revo-Insolvenzverfahren seinen Zeitplan nicht einhalten kann, sind Eigentümer, die sich gegen die vorgesehenen Betreiberwechsel wehren. So hat der Immobilienkonzern Soravia die Verträge für das H2 Hotel Mainz und das Hyperion Salzburg gekündigt, weil man von den vorgeschlagenen Betreibern nicht überzeugt sei.

Hyperion Hotel Salzburg Foto H-Hotels

Der Eigentümer des Hyperion Salzburg würde gerne mit selbst ausgewählten Betreibern weitermachen

Ein halbes Jahr nach dem Insolvenzantrag der Hotelgruppe Revo Hospitality nehmen die Verkäufe der einzelnen Betreibergesellschaften zwar Gestalt an, doch anders als geplant sind noch nicht alle Investmentvereinbarungen unterschrieben. Ein wesentlicher Grund dafür: Nicht jeder Eigentümer ist bereit, die durch die Sanierer von GT Restructuring ausgewählten neuen Betreiber zu akzeptieren. Einige Immobilieneigentümer wehren sich gegen die vorgesehenen Übernahmen oder haben zumindest noch erheblichen Klärungsbedarf.

Soravia kritisiert Informationspolitik und fühlt sich nicht ernst genommen

Soravia macht nun seinen Unmut öffentlich. Der in der Hotellerie bekannte Konzern ist mit dem H2 Hotel in Mainz und dem Fünf-Sterne-Haus Hyperion in Salzburg an zwei Standorten von der Revo-Insolvenz betroffen. Der Kern der Kritik richtet sich gegen die Kommunikation im Verfahren. Man habe sich "von Beginn an nicht ernst genommen gefühlt" und sei in eine "Zuschauerrolle gedrängt" worden, erklärte ein Soravia-Sprecher gegenüber Hotel vor9. 

In den vergangenen Monaten hätten lediglich zwei Online-Besprechungen stattgefunden, und auch diese nur auf Initiative von Soravia. Zunächst sei den Eigentümern mitgeteilt worden, man plane, einen Großinvestor zu finden, der alle betroffenen Gesellschaften bis Ende April übernehme. Diese Strategie habe sich offenbar zerschlagen, ohne dass dies aktiv kommuniziert worden sei.

Besonders irritiert den Eigentümer nach eigener Darstellung der Umgang mit eigenen Lösungsvorschlägen. Für beide Standorte lägen Soravia konkrete Angebote alternativer Betreiber vor, teilweise zu deutlich besseren Konditionen als die bisherigen Verträge. Man habe wiederholt angeboten, sich selbst um eine Fortführung zu kümmern, so der Soravia-Sprecher. "Dieser Vorschlag blieb bislang ohne substanzielle Reaktion."

Bestandsverträge wurden auf Basis der "vertraglichen Rechte" gekündigt

Stattdessen seien dem Unternehmen zwei mögliche Betreiber vorgestellt worden. Soravia habe jedoch "begründete Zweifel", ob deren Konzepte der bisherigen Positionierung der beiden Hotels gerecht würden. Warum die eigenen, aus Soravia-Sicht passenderen Angebote im Verfahren keine Berücksichtigung fänden, sei nicht nachvollziehbar erläutert worden.

Soravia hat als Reaktion auf das aus eigener Sicht unbefriedigende Verfahren nun beide Bestandsverträge auf Basis "der vertraglichen Rechte gekündigt". Zwar sind Eigentümer insolvenzrechtlich grundsätzlich verpflichtet, einem Betreiberwechsel im Rahmen der Eigenverwaltung zuzustimmen, sofern die vertraglichen Konditionen gewahrt bleiben. Soravia sieht diese Voraussetzungen laut eigener Aussage aber nicht erfüllt. Das Unternehmen werde daher "jede rechtlich zulässige Möglichkeit nutzen", um zu verhindern, dass die Hotels gegen den Willen der Eigentümer an nicht abgestimmte Betreiber übergeben werden. 

Pascal Brückmann